Patientenschützer begrüßen Vorstoß zu Rente für pflegende Angehörige
In Deutschland leben rund sechs Millionen Pflegebedürftige. Die überwiegende Mehrheit davon wird zuhause gepflegt - meist von Angehörigen. Um deren Rentenansprüche gibt es seit Längerem eine Debatte.
Berlin (KNA) Die Deutsche Stiftung Patientenschutz begrüßt den Vorstoß des neuen Bundesgesundheitsministers Carsten Linnemann zugunsten von pflegenden Angehörigen. Offenkundig wolle der CDU-Politiker den "politischen Irrweg" seiner Amtsvorgängerin und Parteifreundin Nina Warken beenden, sagte Vorstand Eugen Brysch am Sonntag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin. Zuvor hatte Linnemann in der "Bild am Sonntag" angekündigt, die Bedürfnisse von pflegenden Angehörigen stärker in den Blick zu nehmen. Der Minister bezeichnete sie als "Alltagshelden Deutschlands".
Konkret geht es Linnemann um das Thema Rente. Schätzungen gehen bundesweit von rund sechs Millionen Pflegebedürftigen aus; über fünf Millionen davon werden zuhause gepflegt. Angehörige, die das übernehmen, haben Anspruch auf Rente, wenn sie im arbeitsfähigen Alter sind. Diese Leistung wird bisher von den Pflegekassen bezahlt. Eigentlich müsste der Bund das übernehmen. Zuletzt war das eine Summe von 4,2 Milliarden Euro. Um die Pflegekassen zu entlasten, wollte die bisherige Gesundheitsministerin Warken die Renten um 30 Prozent kürzen.
"Ich möchte bei pflegenden Angehörigen bei der Rente nicht sparen", sagte dagegen Linnemann jetzt der "Bild am Sonntag". Einen solchen Schritt halte er für ein falsches Signal, "übrigens auch für unsere Gesellschaft", fügte der neue Gesundheitsminister hinzu. "Sie verliert damit an Wärme, sie wird kälter, weil das Menschen sind, die unsere Gesellschaft zusammenhalten. Und deswegen werde ich versuchen, diesen Punkt zu korrigieren."
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz sprach von einem guten Ansatz. Offen lasse der Minister allerdings, "ob jetzt endlich der Bund diese versicherungsfremden Leistungen zahlen will", so Vorstand Eugen Brysch. "Carsten Linnemann steht also erst am Anfang, eine zukunftsfähige und generationsgerechte Pflegeversicherung zu schaffen."
