Papst in Rimini: Nicht nur Erholung und Vergnügen im Urlaub
Realitätsflucht im Urlaub gefällt dem Papst gar nicht. Auch die beliebte Adriaküste soll Touristen nicht nur Erholung und Vergnügen bieten, sondern auch geistige Bereicherung.
Rimini (KNA) Mit einer Messe im Hafen von Rimini hat Papst Leo XIV. seine Tagesreise am 22. August beendet. Drei Stunden hatte er am Samstagvormittag mit Politikern und Katholiken im Zwergstaat San Marino verbracht. Anschließend folgte ein Klosterbesuch im nahegelegenen Pennabilli, bevor er am Nachmittag die Teilnehmer des größten Katholikentreffens von Italien traf.
In seiner Predigt am Abend lobte Leo XIV. das offenherzige, fröhliche, fleißige und solidarische Wesen der Menschen in der Region. Davon zeugte auch das Engagement, das bis heute in den verschiedenen kirchlichen Gemeinschaften, in Familien, verschiedenen Bewegungen, Hilfswerken und der christlichen Bildung lebendig sei.
Sicherlich sei es auch diesem Reichtum - neben den Schönheiten der Adriaküste - zu verdanken, dass jedes Jahr so viele Menschen aus Italien und aller Welt hierherkämen, um ihren Urlaub zu verbringen, sagte der Papst. "In diesem Zusammenhang möchte ich euch ermutigen, euer Engagement fortzusetzen, mit dem ihr dafür sorgt, dass diese Gegend nicht nur Erholung und Vergnügen, sondern auch geistige Bereicherung bietet."
Kritisch äußerte sich Leo XIV. über eine Freizeitgestaltung, die eher in Orientierungslosigkeit und ins Verderben führe als einer echten Rückkehr zu sich selbst diene. "Manche nennen das 'Realitätsflucht', als wäre der Alltag ein Gefängnis, aus dem man fliehen müsse", sagte der Papst vor einer Kulisse mit Riesenrad und Sonnenschirmen. Der wahrhaftigste Ort, um einander wirklich zu begegnen, liege jedoch nicht draußen im Chaos, sondern tief in der Seele.
"Als christliche Gemeinschaft sind wir daher in besonderer Weise dazu aufgerufen, diese Erfahrung zu pflegen und weiterzugeben", sagte Leo XIV. Er forderte die Menschen zu Offenheit und Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe auf. Dies gelte sowohl für Touristen als auch für Schutzsuchende.
