Verband: Kleingärten boomen - "Wertvoller Teil der Infrastruktur"
Längst schon haben Schrebergärten das einst spießige Image hinter sich gelassen. Gerade an heißen Tagen wissen viele Menschen diesen Rückzugsraum zu schätzen. Das könnte nun auch in der Politik ankommen.
Berlin (KNA) Kleingärten sollten in Hinblick auf Klima- und Artenschutz stärker gefördert werden: Das fordert der Bundesverband der Kleingartenvereine Deutschlands. Es handle sich weder um dekoratives Beiwerk noch um Luxus, vielmehr seien Kleingärten ein "wertvoller Teil der Infrastruktur", sagte Geschäftsführer Stefan Grundei dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Sie tragen zu Klimaschutz, Biodiversität und Naherholung bei.
Für Städte und Ballungsräume hätten Kleingärten zudem eine wichtige Kühlungsfunktion: "Weil sie bewässert werden, sogar in höherem Umfang als Parks". Zugleich stünden die Anlagen in Konkurrenz zu anderer Infrastruktur, etwa Verkehr und Wohnungsbau. Grundei sprach sich für ein Förderprogramm des Bundes aus, das sicherstellen könnte, "dass die Gesamtfläche zumindest nicht verkleinert wird. Außerdem kann es einen Anstoß geben, vorhandene Flächen noch intelligenter zu nutzen."
In der kommenden Woche berät das Kabinett über Hitze- und Klimaschutz. SPD-Fraktionsgeschäftsführer Dirk Wiese hatte zuletzt gesagt, man könne "über die Ausweitung von Schrebergärten nachdenken". Sie seien "ein Erfolgsmodell der Bundesrepublik Deutschland, sich zusätzlich Rückzugsräume zu schaffen an warmen Tagen".
Nach Angaben des Bundesverbandes gibt es in Deutschland rund 1,2 Millionen Kleingarten-Parzellen. Das seien weit weniger, als nachgefragt würden. "Der Bedarf geht weit über den Bestand hinaus", sagte Grundei. "In Berlin gibt es etwa eine Nachfrage nach weiteren 50.000 Parzellen - zusätzlich zu den bestehenden 64.000 Parzellen. Allerdings ist die Tendenz eher umgekehrt: Der Platz für Kleingärten wird immer geringer."
