Statistik: Junge Frauen oft gebildeter als Männer
Experten sprechen von einem "Gender Education Gap". Tatsächlich gibt es in Sachen Bildung Unterschiede zwischen Frauen und Männern in Deutschland, wie eine aktuelle Statistik zeigt. Eine Gruppe fällt immer weiter zurück.
Wiesbaden (KNA) Junge Frauen in Deutschland schneiden bei schulischer und beruflicher Bildung oft besser ab als junge Männer. So waren im Abgangsjahr 2024 von den 258.300 Personen mit Allgemeiner Hochschulreife an allgemeinbildenden Schulen 55 Prozent Frauen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte.
Junge Männer fallen indes im Vergleich weiter zurück. Sie neigen den Angaben zufolge eher dazu, früh von der Schule abzugehen und auch im Anschluss nicht in eine Aus- oder Weiterbildung zu starten. So hatten im vergangenen Jahr 15 Prozent der Männer im Alter von 18 bis 24 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung maximal einen ersten oder mittleren Schulabschluss und waren nicht in Aus- oder Weiterbildung. Unter Frauen im selben Alter traf dies nur auf 11 Prozent zu. Zehn Jahre zuvor war dieses Verhältnis noch ausgeglichen.
Die Entwicklung lässt sich laut dem Statistikamt unter anderem auf den gestiegenen Anteil der ausländischen Bevölkerung in dieser Altersgruppe zurückführen: 2025 hatten 34 Prozent der ausländischen jungen Männer keine abgeschlossene Berufsausbildung, maximal einen ersten oder mittleren Schulabschluss und befanden sich nicht in Aus- oder Weiterbildung. Unter den ausländischen Frauen ist der Anteil niedriger und liegt bei 26 Prozent.
Bei den Hochschulabschlüssen liegen Frauen in Deutschland ebenfalls vorne. Studentinnen schließen ihr Bachelorstudium häufiger erfolgreich innerhalb von acht Semestern ab als Männer. 34 Prozent der Studienanfängerinnen von 2020 schlossen ihr Bachelorstudium nach acht Semestern ab. Bei Männern lag die Abschlussquote bei 25 Prozent.
Auch bei den Masterstudiengängen lag die Abschlussquote der Anfängerinnen von 2020 mit 53 Prozent nach sechs Semestern über jener der männlichen Kommilitonen (48 Prozent). Bei Studiengängen mit Staatsexamen zeigten sich ähnliche Ergebnisse.
