Bundesregierung kritisiert israelischen Minister Ben-Gvir
Israels rechtsextremer Minister Ben-Gvir wirbt unverhohlen für Massentötungen im Gazastreifen. Das sorgt international für Entsetzen. Auch die Bundesregierung kritisiert die Äußerungen.
Berlin (KNA) Die Bundesregierung hat Äußerungen des rechtsextremen israelischen Ministers Itamar Ben-Gvir als "nicht hinnehmbar" verurteilt. Sie seien menschenverachtend und gingen gegen das Völkerrecht, sagte ein Sprecher der Bundesregierung am Mittwoch in Berlin. Israel müsse als Besatzungsmacht Palästinenser menschenwürdig behandeln und ihr Eigentum schützen. Auch dürfe es keine weiteren Annexionsschritte im Westjordanland geben.
Der israelische Minister für nationale Sicherheit hatte sich für gezielte Tötungen von Palästinensern im Gazastreifen ausgesprochen. Man solle dort jede Nacht 30 bis 40 töten. Außerdem hatte Ben-Gvir gesagt, es gebe im Gazastreifen Menschen, die es nicht verdienten zu leben und die "nicht einmal Menschen" seien. Weiter warb er für einen Bevölkerungsaustausch in dem Küstenstreifen.
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hatte die Äußerungen ebenfalls kritisiert und sich distanziert. "Ben-Gvirs menschenverachtende Aussagen stehen diametral zu jüdischen Werten und schaden Israels Ansehen", sagte Schuster der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
