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Meldung

Katastrophale Futterknappheit: Tierhalter verfüttern schon Reserven

Es sind alarmierende Szenarien angesichts der anhaltenden Trockenheit: In Baden-Württemberg fehlt den landwirtschaftlichen Tierhaltern zunehmend das Futter. Silomais ist vertrocknet, Wiesen und Weiden verdorrt.

In Baden-Württemberg wird wegen der wochenlangen Trockenheit die Lage landwirtschaftlicher Tierhalter aufgrund der Futterknappheit immer dramatischer. "Im ganzen Land sind Wiesen und Weiden ausgetrocknet und auf den Grünlandflächen wächst kaum noch etwas nach", erklärte Landwirtschaftsministerin Marion Gentges (CDU) am Dienstag in Stuttgart. Besonders betroffen von der anhaltenden Trockenheit und Dürre seien Tierhalter, die auf Grünfutter, Heu oder Silomais für ihre Tiere angewiesen sind.

Silomais sei zum Teil großflächig vertrocknet oder "gänzlich ausgefallen". Diese Umstände zwängen viele Tierhalter dazu, Reserven bereits jetzt an ihre Tiere zu verfüttern. Dies sei unabhängig von konventionellem oder ökologischem Wirtschaften. "Sofern ergiebiger Regen ausbleibt und in den verbleibenden Vegetationsmonaten nichts nachwächst, stehen wir folglich erst am Anfang einer großen Herausforderung", prognostizierte die Ministerin.

Wegen der äußerst angespannten Lage dürfen Öko-Betriebe nun konventionelle Grünland- und Ackerfuttermittel zukaufen. Das Land Baden-Württemberg habe bereits am 7. August 2026 den Katastrophenfall im Sinne des europäischen Ökorechts ausgerufen, teilte die Ministerin mit. Auch in den Dürrejahren 2018 und 2022 sei dies schon geschehen.

Die CDU-Politikerin verwies mit Blick auf den Klimawandel darauf, dass die Futterknappheit generell noch weitere massive Folgen haben könne: "Es zeigt sich einmal mehr, dass die Landwirtschaft unmittelbar von den Folgen des Klimawandels betroffen ist, was im Extremfall sogar existenzbedrohend sein kann." Die Ministerin fügte hinzu: "Ohne ausreichende Futterproduktion kann die Tierhaltung nicht aufrechterhalten werden."

Und ohne effiziente Getreide-, Obst-, Wein- und Gemüseerzeugung im Land verlören die Betriebe Produktivität. "Und am Ende werden wir noch abhängiger von Lebensmittelimporten aus dem Ausland", so Gentges.

In Abstimmung mit dem Finanzministerium werde das Landwirtschaftministerium Futtermittelhilfen ermöglichen. Hierfür stünden im Haushaltsjahr 2026 Mittel von insgesamt bis zu fünf Millionen Euro zur Verfügung. Dies seien Hilfen als "finanzieller Teilausgleich" von Schäden, die durch Trockenheit und Dürre unmittelbar an Futterflächen für Raufutterfresser verursacht worden seien. Das gelte für Dauergrünland, Ackerfutter und Silomais. "Beihilfefähig wären infolge der Dürre notwendig gewordene Zukäufe von Grundfutter inklusive Transportkosten", hieß es.