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Kölner Kardinal Woelki feiert 70. Geburtstag und hat noch viel vor

Glückwünsche zum 70. - aus der Kirche kommen wertschätzende Worte für Kardinal Woelki. Der Erzbischof von Köln will an seinem Geburtstag vor allem nach vorne schauen.

An seinem 70. Geburtstag blickt der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki vor allem in die Zukunft und verrät seine Pläne für die nächsten Jahre. "Ich will weiter an der Seite der Armen und Obdachlosen, der Vergessenen und an den Rand Gedrängten stehen. Ich will meine Stimme für den Frieden und den Schutz des Lebens erheben und mich mit Ungerechtigkeit nicht abfinden", kündigte der Kardinal in einem Schreiben an Mitarbeitende und Gläubige im Erzbistum Köln an: "Ich möchte vor allem, dass wir gemeinsam unverdrossen und unerschrocken das Evangelium verkünden."

In einem Geburtstagsinterview mit der "Tagespost" blickte der Kardinal auch zurück - unter anderem auf die Vertrauenskrise in seiner Erzdiözese. "In der Rückschau war es für mich durch alle Untiefen hindurch die Erfahrung, dass der Herr da ist, dass er trägt und seine Hände über mich gehalten hat, auch wenn ich es in einem einzelnen Moment vielleicht gerade nicht verstehen kann", sagte er. Viele Menschen hätten seinen Weg im Gebet begleitet.

Das Erzbistum Köln hatte 2020 ein angekündigtes Aufarbeitungsgutachten zu sexuellem Missbrauch zunächst zurückgehalten und dafür später ein anderes Gutachten veröffentlicht. Grund waren laut Erzbistum äußerungsrechtliche Bedenken.

In der dadurch ausgelösten Vertrauenskrise erreichten die Austrittszahlen zeitweise nie gekannte Dimensionen. Eine weitere Folge waren rechtliche Auseinandersetzungen mit der "Bild"-Zeitung wegen deren Berichterstattung über die Vorgänge. Im Zuge der Krise reichte Woelki ein Rücktrittsgesuch ein, über das der damalige Papst Franziskus jedoch nie entschied.

Zu seinem 70. Geburtstag gratulierten dem Kardinal verschiedene Persönlichkeiten der Kirche. In einem Gastbeitrag für die Kölner "Kirchenzeitung" schrieb der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Münsters Bischof Heiner Wilmer, Kardinal Woelki wolle "ein authentischer Zeuge des Evangeliums sein, vom dem er sich immer hat prägen lassen".

Der New Yorker Kardinal Timothy Dolan schrieb in einem auf dem Portal domradio.de veröffentlichten Grußwort über Woelki: "Er erkennt die Gefahren für den Glauben, doch anstatt sich davon entmutigen zu lassen, verweist er auf das Licht des Glaubens, das er täglich in seiner geschichtsträchtigen Diözese und in seinem geliebten Deutschland sieht."

Am 6. September gibt es eine Dankmesse im Kölner Dom anlässlich Woelkis Geburtstag. Danach lädt die Bistumsverwaltung zu einem Getränk im Innenhof des Generalvikariates ein.