Bischof ruft zum gemeinsamen Kampf gegen Hass und Gewalt auf
Gemeinsamer Einsatz: Zum Gedenktag für Opfer religiöser Gewalt richtet Bischof Meier einen Appell an Politik und Religionen. Regierungen müssten Gläubige schützen, Religionsgemeinschaften Radikalisierung entgegentreten.
Bonn (KNA) Der Weltkirche-Bischof der Deutschen Bischofskonferenz, Bertram Meier, erwartet von Staaten, dass sie religiös motivierter Gewalt entgegenwirken. Regierungen seien verpflichtet, "Menschen zu schützen und Ausgrenzungen und Gewalt zu unterbinden", erklärte Meier am Montag anlässlich des Gedenktags für Opfer religiöser Verfolgung, der am Samstag begangen wird. Zugleich verlangte er, Religionsgemeinschaften in die Pflicht zu nehmen.
"Unsere Aufgabe als Religionsgemeinschaften ist es, Radikalisierung und fundamentalistischen Strömungen entgegenzutreten", sagte Meier, Leiter des Bistums Augsburg. Alle seien dazu aufgerufen, Hass zu überwinden und Brücken zu bauen.
Der von den Vereinten Nationen ausgerufene "Internationale Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aus Gründen der Religion oder des Glaubens" wird am 22. August zum achten Mal begangen. Meier bewertete ihn als notwendiger denn je: "Ausgrenzung und schließlich auch Verfolgung Andersgläubiger sind vielerorts trauriger Alltag. Die Gewalt nimmt weltweit eher zu, als dass sie zurückgeht."
Im Nahost-Konflikt zeigt sich laut Meier auf beiden Seiten eine "fatale Verquickung von religiösem Fundamentalismus und nationalistischen Ideologien": "Im Heiligen Land betreibt die Hamas mit brutalen Mitteln ein national-religiöses Projekt, und die immer gewalttätiger auftretende Siedlerbewegung im Westjordanland greift offen die religiösen Gebäude und damit auch die religiöse Identität der Muslime und Christen an."
Meier ergänzte, auch in Indien schränke der Hindu-Nationalismus den Freiheitsraum der nicht-hinduistischen Religionen weiter ein. "In all diesen Kontexten werden Menschen zu Opfern von Hass und Gewalt", betonte der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz.
In einigen Ländern gehe die Diskriminierung und Unterdrückung vom Staat aus, wie etwa in Nicaragua, China und Nordkorea. Andernorts seien es religiös-extremistische Gruppen wie der "Islamische Staat", die Angriffe auf Andersgläubige verübten.
