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55 Meter hohe Marienstatue wird in Polen geweiht

"King Kong mitten auf dem Feld" oder "kleines Monster": Ein Ordensmann in Polen hat wenig schmeichelhafte Begriffe für Polens neue riesige Marienfigur. Der Ortsbischof wird den Koloss aus Beton am Samstag weihen.

In Polen wird am Samstag Europas größte Marienstatue geweiht. Das Bauwerk ragt 55 Meter in die Höhe und steht zwischen Feldern im zentralpolnischen Dorf Konotopie, das knapp 140 Einwohner zählt. Die Marienfigur übertrifft damit die Gottesmutter-Skulptur in der Nähe der westfranzösischen Kleinstadt Miribel, die bisher die größte in Europa war, um rund 20 Meter. Zugleich ist sie die mit Abstand größte Statue Polens.

Gebaut wurde die neue "Figur der barmherzigen Gottesmutter" aus 2.500 Kubikmetern Beton - das sind 2,5 Millionen Liter. Sie wiegt etwa 60.000 Tonnen. Die Statue allein misst 40 Meter. Ihr 15 Meter hoher Sockel hat die Form einer Krone. Besucher können den Sockel besteigen und einen Blick auf die Umgebung werfen.

Der Multimillionär Roman Karkosik und seine Frau Grazyna stifteten die Statue. Sie sollen laut polnischen Medien dafür mehr als 20 Millionen Euro aus ihrem Privatvermögen gezahlt haben. Damit wollten sie sich bei der Gottesmutter bedanken, heißt es. "Herr Karkosik wandte sich in einer schwierigen Lebensphase, als seine Gesundheit nachließ und die Lage ernst war, im Gebet an die Muttergottes", sagte Bildhauer Adam Matejkowski, der die Figur entwarf. "Als Dankeschön beschloss er, eine Statue zu errichten. Sie ist ein Geschenk für alle."

Das örtliche Bistum Wloclawek wollte das Bauwerk auf Anfrage nicht kommentieren. "Die Statue der Muttergottes ist eine private Initiative", sagte Kanzler Krzysztof Rogala auf Anfrage. Man solle sich besser an den medienscheuen "Investor des Vorhabens" wenden.

In Polens katholischer Kirche gehen die Meinungen über die Riesenstatue weit auseinander. Der Dominikanerpater Pawel Guzynski nannte die Statue ein "kleines Monster". "Dieser King Kong mitten auf dem Feld ist eine Form des goldenen Kalbs", sagte der Ordensmann dem Privatsender Radio Zet am Freitag. "Natürlich kann man dem eine Ideologie unterlegen, aber je schneller wir Konotopie vergessen, desto besser."

Der Kanzler des Erzbistums Gnesen (Gniezno), Zbigniew Przybylski, bescheinigte dem Geschäftsmann hingegen "persönliche Frömmigkeit".