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Abgeordneter Grau: Fast 250 Parlamentarier für Widerspruchslösung

Nach der Sommerpause wird das Thema Organspende wieder aktuell im Bundestag. Der Gesetzentwurf der Befürworter einer grundlegenden Reform liegt vor. Offenbar gibt es bereits fast 250 Unterstützer.

Die geplante Reform der Organspende hin zu einer Widerspruchslösung hat offenbar fast 250 Unterstützer im Bundestag. Das sagte Armin Grau, Mitinitiator des Gruppenantrags, der die Einführung einer Widerspruchsregelung fordert, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin. "Das ist ein ganz starkes Signal, insbesondere für die über 8.000 Menschen auf der Warteliste für eine Organspende", sagte der Grünen-Abgeordnete.

Den entsprechenden Gesetzentwurf hatte die Gruppe am Donnerstag beim Bundestag eingereicht. Damit wird das Gesetzgebungsverfahren ausgelöst. Nach der parlamentarischen Sommerpause kann die erste Lesung stattfinden. Eine Orientierungsdebatte hatte bereits Ende Juni stattgefunden. Grau, selbst Neurologe, erklärte, dass er oft erlebt habe, dass Angehörige sich bei einem Hirntod gegen eine Spende entschieden.

Der interfraktionelle Entwurf von Abgeordneten von CDU, CSU, SPD, Grünen und Linker sieht daher die Einführung der sogenannten Widerspruchslösung vor. Ziel ist es, die Zahl der Organspender in Deutschland zu erhöhen. Jeder, der nicht aktiv widerspricht, würde dann zum potenziellen Organspender. Bisher ist es andersherum: Nur wer der Organspende im Vorhinein ausdrücklich zugestimmt hat oder wessen Angehörige ihr zustimmen, wird zum Organspender.

Eine andere Gruppe von Abgeordneten mehrerer Fraktionen um Michael Brand (CDU), Lars Castellucci (SPD), Ates Gürpinar (Linke), Kirsten Kappert-Gonther (Grüne) und Stephan Pilsinger (CSU) hält die Widerspruchsregelung für einen Eingriff in Grundrechte. Schweigen dürfe nicht als Zustimmung gewertet werden.

2020 hatte das Parlament die Einführung einer Widerspruchslösung abgelehnt. Die Bundesländer sprachen sich 2025 für eine Widerspruchsregelung aus. Auch die Deutsche Stiftung Organtransplantation und die Bundesärztekammer sind für diese Reform. Die Kirchen sind gegen eine Widerspruchsregelung.

Seit Jahren gibt es zu wenige Organspender in Deutschland. Zuletzt kamen hierzulande auf eine Million Einwohnerinnen und Einwohner rund elf Spendende. In Ländern wie Spanien, Belgien und Portugal liegen die Zahlen deutlich darüber, in Spanien zum Beispiel bei rund 50 Spendenden pro eine Million Menschen. 2025 zeigte sich ein leichter Aufwärtstrend.