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Ärztegesellschaft: Kinder bewegen sich zu wenig

Jedes zehnte Vorschulkind ist übergewichtig. Das sind aus Sicht von Kinder- und Jugendärzten erschreckend viele. Ein wichtiger Faktor sei die Bewegung.

Gegen eine wachsende Zahl übergewichtiger Vorschulkinder braucht es aus Sicht der ärztlichen Fachgesellschaft mehr Bewegungsangebote. "Kinder bewegen sich nicht mehr, wie sie sollen", sagte die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Ursula Felderhoff-Müser, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für Kinder eine Stunde Bewegung am Tag. Das erfülle nur ein Bruchteil der Grundschulkinder, so Felderhoff.

Auch wenn die Quote der übergewichtigen Kinder in Deutschland geringer sei als in südeuropäischen Ländern, sei sie mit etwa zehn Prozent erschreckend hoch. Das geht aus einer aktuellen Erhebung des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Laut Felderhoff-Müser spielen der Wohnort ebenso wie das sozioökonomische Umfeld eine große Rolle. Dazu gehöre, ob das Kind Grünflächen in nächster Nähe habe oder ob es vorrangig vor dem Bildschirm seine freie Zeit verbringe und womöglich zu wenig schlafe.

Felderhoff-Müser sieht Kitas und auch Schulen hier in der Pflicht. Diese müssten Bewegung ebenso wie das Aufklären über gesunde Ernährung in den Alltag integrieren. Für die Direktorin der Kinderklinik an der Universität Essen bräuchte es eine bessere Kooperation zwischen Schulen und Sportvereinen. "Kinder messen sich gerne, das ist menschlich", so Felderhoff-Müser. Das sollte daher nicht unterbunden, sondern eher genutzt werden, um die Kinder zu mehr Bewegung zu animieren.