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Pflegerat: Hitzewellen dürfen uns nicht unvorbereitet treffen

Die extreme Hitzewoche Ende Juni hat Tausende Tote gefordert. Für den Pflegerat braucht es daher umgehend einen bundesweiten Hitzeschutz - unter Beteiligung der Pflege.

Für den Deutschen Pflegerat braucht es schnellstmöglich verbindliche Hitzeschutzstrukturen. "Die Hitzewellen dürfen uns nicht erneut unvorbereitet treffen", sagte die Präsidentin des Verbands, Christine Vogler, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin.

Hitzeschutz sei keine freiwillige Zusatzaufgabe, sondern Gesundheits- und Bevölkerungsschutz. "Hitze ist längst eine massive Gesundheitsgefahr - und sie trifft vor allem diejenigen, die ohnehin besonders verletzlich sind", fügte Vogler hinzu.

Ältere, kranke und pflegebedürftige Menschen bräuchten verlässlichen Schutz und dieser dürfe nicht länger am Engagement der Einrichtung abhängen. "Wir brauchen verbindliche Vorgaben für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und die ambulante Versorgung sowie eine gesicherte Finanzierung der notwendigen personellen, organisatorischen und baulichen Maßnahmen", forderte Vogler.

Besonders Pflegefachpersonen und ihre Expertise müssten verbindlich an Hitzeaktionsplänen und Schutzmaßnahmen beteiligt werden. "Wer über den Schutz pflegebedürftiger Menschen entscheidet, kann nicht über die Köpfe derjenigen hinweg entscheiden, die diesen Schutz jeden Tag gewährleisten müssen", betonte Vogler.

Nach jüngsten Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind in diesem Sommer schätzungsweise 12.000 Menschen an den Folgen extremer Hitze gestorben. Bundesweit geht das RKI demnach von Anfang April bis Ende Juli von etwa 11.900 hitzebedingten Todesfällen aus - allein 9.600 während der besonders heißen Juniwoche mit Rekordtemperaturen.