Caritas berichtet von Ebola-Ausbreitung
Auch Helfer wissen nicht, wann die Ebola-Epidemie in Zentralafrika eingedämmt sein wird. Im Kampf gegen das Virus setzen sie nicht nur auf Behandlung, sondern auch auf Aufklärung der Bevölkerung.
Freiburg (KNA) Der Ebola-Ausbruch im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo gilt schon jetzt als schlimmster und tödlichster in der Geschichte des Landes. Inzwischen sind nach Angaben von Caritas international fünf weitere Provinzen betroffen. "Ihre Zahl könnte weiter steigen", warnt Volker Gerdesmeier, Leiter des Afrika-Referats von Caritas international. Vor einer Woche hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO von 3.605 bestätigten Erkrankungen und 1.587 Todesfällen gesprochen.
Nun hänge alles davon ab, "ob das Verständnis für die Seuche bei den Menschen in der betroffenen Region wächst", sagte Gerdesmeier weiter. "Der Schlüssel dazu sind die Gemeinden und die Aufklärungskampagne in ihnen." Hinzu komme die medizinische Behandlung in Gesundheitszentren, die auch von der Caritas betrieben werden. Die Organisation stellt demnach aktuell Mittel für Schutzausrüstung bereit; insgesamt habe sie inzwischen mehr als 70.000 Euro in die Ebola-Nothilfe investiert.
Das Ebolavirus verbreitet sich derzeit so schnell wie nie zuvor. Gegen die grassierende Variante gibt es keinen Impfstoff. Entscheidend ist deshalb die Unterbrechung von Infektionsketten und das Isolieren der Erkrankten. Es handelt sich um einen selten auftretenden und äußerst aggressiven Erreger. Die Symptome ähneln einer Malaria- oder Grippe-Infektion. Zumeist haben die Betroffenen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, leiden an Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Die Sterblichkeit liegt je nach Virus-Variante bei 25 bis 90 Prozent.
Die WHO mahnte zuletzt, dass wesentlich mehr für die Eindämmung des Virus getan werden müsse. Die Sicherheitslage in dem von Konflikten geprägten Land, Vertreibung und Bevölkerungsbewegungen über die Grenzen erschwerten Gegenmaßnahmen und erhöhten das Risiko einer regionalen Ausbreitung. Unterdessen erklärte das Nachbarland Uganda den dortigen Ausbruch für beendet.
