Wohnungslosenhilfe: Hitze bringt Obdachlose in Gefahr
Herz-Kreislauf-Probleme, schlecht heilende Wunden: Viele Obdachlose sind in keiner guten Verfassung. Die Temperaturen dieser Tage können da zu einer tödlichen Belastung werden. Verbände fordern Maßnahmen.
Düsseldorf (KNA) Angesichts der außerordentlichen Sommerhitze warnt die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe vor lebensgefährlichen Folgen für Obdachlose. "Wer auf der Straße lebt, trägt das höchste Risiko bei Extremhitze: Ohne Zugang zu Wasser, Schatten oder kühlen Räumen sind wohnungslose Menschen der extremen Hitze schutzlos ausgeliefert", sagte Geschäftsführerin Sabine Bösing der "Rheinischen Post" in Düsseldorf.
Viele Obdachlose litten bereits unter Vorerkrankungen, die durch die Hitze weiter verschärft würden. Neben Akuthilfen brauche es daher "den Schutz von kühlem Wohnraum", sagte Bösing. Hitzeschutz müsse "eine verbindliche Pflichtaufgabe von Staat und Kommunen" werden.
Auch der Sozialverband Deutschland forderte Maßnahmen der Politik. Die Zahl von fast 12.000 Hitzetoten zeige, dass Deutschland auf extreme Hitze nicht ausreichend vorbereitet sei, sagte Verbandschefin Michaela Engelmeier der "Rheinischen Post". Besonders gefährdete Menschen bräuchten verlässlichen Schutz.
"Länder und Kommunen müssen flächendeckende Hitzeaktionspläne umsetzen, und der Bund muss mit verbindlichen Standards, dauerhafter Förderung und einer gemeinsamen Finanzierung Verantwortung übernehmen", sagte Engelmeier.
