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Verkehrsforscherin rechnet mit mehr Staus wegen Niedrigwasser

Das Niedrigwasser im Rhein hat Folgen für den Verkehr. Weil Schiffe weniger Güter befördern können, weichen Unternehmen auf die Straße aus. Zugleich steht in mehreren Bundesländern der Rückreiseverkehr an.

Die Menschen in Westdeutschland müssen sich wegen des Niedrigwassers im Rhein wohl auf mehr Staus auf der Straße einstellen. Zu dieser Einschätzung kommt Maximiliane Lorenz vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik in Dortmund.

Entlang des Rheins gebe es viel Industrie, die normalerweise über die Wasserstraße mit Gütern beliefert werde, sagte die Verkehrsforscherin der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Diese enormen Mengen würden nun zum Teil auf die Straße verladen. "Das heißt, die Staugefahr steigt, wir haben höhere Fahrtzeiten, die Autobahnen dürften belastet werden."

Auf andere Binnenschiffe umzuverteilen sei nur bedingt möglich, weil die Zahl an Schiffen begrenzt sei, erklärte Lorenz. So werde ein Teil der Güter auf die Autobahnen gebracht, die insbesondere entlang des Rheinkorridors eigentlich schon ausgelastet seien.

Hinzu komme der anstehende Rückreiseverkehr. In Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland enden die Sommerferien diesen Freitag. Lorenz warnte vor einer weiteren Belastung der Straßeninfrastruktur - bei ohnehin schon maroden Brücken.

Auch auf der Schiene wird die Auslastung weiter steigen, wie die Expertin schätzt. Dennoch werde der einzelne Bahnreisende die Folgen vermutlich weniger spüren. Der zusätzliche Güterverkehr dürfte hier den Personenverkehr voraussichtlich nicht in gleichem Maße beeinträchtigen wie der Ausweichverkehr auf der Straße.

Lorenz glaubt nicht, dass die bereits hoch belasteten Verkehrswege Straße und Schiene die Ausfälle auf dem Rhein vollständig auffangen können. Trotzdem verteilten Unternehmen ihre Güter jetzt auf diese Wege um - und nähmen höhere Transportkosten und längere Lieferzeiten in Kauf.

Diesen Donnerstag findet in Bonn ein Spitzengespräch wegen des Niedrigwassers statt. Eingeladen hatte Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU).