Bakterien-Infektionen an der See - Ministerium: weniger düngen
Beim Baden haben sich Menschen mit Vibrionen infiziert und sind erkrankt, zwei Menschen starben. Eine erhöhte Wassertemperatur etwa der Ostsee trägt zur Verbreitung der Bakterien bei - aber auch das Düngen von Böden.
Berlin (KNA) Nach Krankheits- und Todesfällen durch eine Infektion mit Vibrionen beim Baden ruft das Bundesumweltministerium dazu auf, gerade in Küstennähe weniger zu düngen. Das sei eine wichtige Vorsorgemaßnahme, um Menschen und Tiere zu schützen, teilte das Ministerium am Montag in Berlin mit. Bei Vibrionen handelt es sich um Bakterien etwa in Ost- und Nordsee. Bisher wurden Medienberichten zufolge zwei Todes- und insgesamt 17 Infektionsfälle registriert.
Neben der Erwärmung sei die Eutrophierung - die starke Anreicherung durch Nährstoffe - eines der größten Probleme von Ost- und Nordsee. Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor gelangen aus der Landwirtschaft oder der Industrie ins Meer. Die Folgen sind zum Beispiel Algenblüten und Sauerstoffmangel.
Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) starben bisher zwei Menschen an der Infektion. Zu den Risikogruppen gehören ältere sowie immungeschwächte Personen. Laut RKI handelt es sich bei den beiden Todesfällen um ältere Menschen. Die Bakterien kommen natürlicherweise in Süß-, Brack- und Salzwasser vor. Steigen die Wassertemperaturen auf mehr als 20 Grad, können sie sich vor allem in Nord- und Ostsee stark vermehren.
Es sei zentrales Ziel der Bundesregierung, die Ostsee- und Nordsee zu schützen. Mit dem Aktionsplan Meer bündelt die Bundesregierung nach eigenen Angaben Maßnahmen für einen wirksamen Schutz von Nord- und Ostsee und stärkt so die Widerstandsfähigkeit der Meere gegenüber den Folgen des Klimawandels. Ein Modellprojekt zu meeresfreundlicher Landwirtschaft solle als "Best-Practice-Beispiel" zeigen, wie Landwirte Nährstoffeinträge in die Ostsee verringern und so meeresfreundlich wirtschaften könnten.
