Papstfreund aus Peru: Leo XIV. hört zu, denkt nach und entscheidet
Der Peruaner Armando Jesús Lovera hat ein Buch über seine langjährige Freundschaft mit dem heutigen Papst Leo XIV. geschrieben. In einem Interview verrät er, wie Robert Francis Prevost tickt.
Bonn (KNA) Papst Leo XIV. sucht das Gespräch, hört zu, wartet ab und versucht, die Dinge zu verstehen; dann handelt er: Diese Einschätzung des seit gut 15 Monaten amtierenden Papstes gibt ein langjähriger Freund aus Peru, Armando Jesús Lovera. Der heute in Spanien arbeitende Publizist, der eine Zeit beim Augustinerorden verbrachte, sagte dem Portal katholisch.de (Montag) über den Papst: "Seine Gelassenheit und seine Fähigkeit zuzuhören dürfen nicht mit mangelnder Entschlossenheit verwechselt werden."
Weiter sagte Lovera, dessen Ausbilder der heutige Papst einst in Peru war: "Wenn die Umstände es erfordern, trifft er Entscheidungen und gibt klare Antworten. Seine Fähigkeit zuzuhören entspringt nicht einer Unsicherheit, sondern der Stärke eines Menschen, der die Dinge gründlich verstehen möchte, bevor er entscheidet."
Lovera, der heute für einen Verlag des Jesuitenordens in Spanien arbeitet, lernte den damaligen Augustinerpater Robert Francis Prevost 1991 in Südamerika kennen. Die beiden machten laut Lovera gemeinsame Reisen und schauten oft zusammen Fußball.
Von 1988 bis 1998 wirkte Prevost als Ausbildungsleiter der Augustiner-Aspiranten im Erzbistum Trujillo in Peru, danach wurde er Provinzialoberer des Ordens in Peru (1998-2001). Lovera entschied sich nach einiger Zeit gegen ein Leben im Augustinerorden, hielt aber die Freundschaft mit Prevost aufrecht. Die Beziehung blieb bestehen, auch als Prevost 2023 zum Kardinal befördert und im Mai 2025 überraschend zum Papst gewählt wurde.
