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Tourismusforscher: Abreise aus Brandgebieten sollte bedacht erfolgen

Frankreich, Spanien, Griechenland - in einigen traditionellen Ferienländern stehen momentan ganze Gegenden in Flammen. Urlauber sollten darauf nicht mit Hektik reagieren, mahnt ein Experte.

In Flammen stehende Bäume und gigantische Rauchwolken, die den Himmel verdunkeln - in Europa wüten derzeit große Waldbrände. Betroffen sind zum Beispiel Frankreich, Spanien und Griechenland. Alles klassische Reiseziele, in denen jetzt in der Ferienzeit viele Deutsche urlauben. Wie sollten sie auf die Ausnahmelage reagieren? Mit Bedacht, meint Harald Pechlaner, Tourismus-Professor von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU).

"Die Abreise sollte nicht Leben gefährden oder Rettungsmaßnahmen erschweren", sagte Pechlaner der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Wer vorzeitig heimfahren wolle, solle dabei neben persönlichen Aspekten die behördlichen Regelungen vor Ort und Maßnahmen der Unterkünfte beachten.

"Den Vorwurf, sie betrieben Katastrophentourismus, kann man den Urlaubern in den Feuer-Gegenden nicht machen", so Pechlaner weiter, "solange sie nicht eigens für die Brände anreisen." Der Experte erklärte: "Viele Menschen haben längst ihren Urlaub gebucht oder befinden sich gerade in Krisenregionen, die durch die Waldbrände betroffen sind. Die Urlauber dort sind von den Bränden ja auch überrascht worden. Die Frage stellt sich eher, ob man den Urlaub noch antreten soll, während die Brände dort toben."

Die Antwort darauf sei schwer. "Es hängt von den Informationen aus den Gebieten ab, die an Gäste weitergegeben werden." Die Lage könne man vermutlich vor Ort am besten bewerten. "Solche Brandkatastrophen sind aber schwer einzuschätzen, als Gast kann man da schnell den Rettungskräften, im Besonderen den Feuerwehren, in die Quere kommen, insofern ist ein Reiseantritt eher nicht ratsam."

Fachleute sehen die aktuellen Waldbrände auch als Ausdruck des Klimawandels. Anhaltende Trockenheit und starke Winde begünstigen die Ausbreitung der Flammen demnach.

Durch den Klimawandel gestalte sich das Reiseverhalten um, ergänzte Pechlaner. "Ziele ändern sich, und Menschen werden zu anderen Zeiten in Regionen fahren, die durch den Klimawandel stark betroffen sind. Reiseziele müssen sich darauf einstellen."