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Apothekerin: Hitze kann Medikamente unwirksam machen

Temperaturen über 30 Grad belasten nicht nur den Körper, sondern auch Arzneimittel. Eine Apothekerin erklärt, worauf Patienten bei Transport und Lagerung achten sollten und wie man Warnsignale erkennt.

Eine neue Hitzewelle ist da: Für diese Tage meldete der Deutsche Wetterdienst für weite Teile Deutschlands eine Hitzewarnung. Die Bundesapothekerkammer (BAK) warnt vor gesundheitlichen Folgen.

Medikamente verlieren demnach bei Hitze häufig an Wirksamkeit. "Wenn keine Wirkung eintritt, der Schmerz zum Beispiel nicht nachlässt, dann ist das ein Warnsignal", sagte Stephanie Tiede, Apothekerin aus Hamburg und Vorstandsmitglied der Bundesapothekerkammer (BAK), der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Bei bis zu 25 Grad sei die Lagerung grundsätzlich risikofrei. "Bei höheren Temperaturen kommt es darauf an, wie lange ein Medikament der Hitze ausgesetzt ist." Kurze Strecken wie der direkte Transport von der Apotheke nach Hause sind normalerweise unproblematisch, sagt Tiede. Bei längeren Aufenthalten im Freien komme es auf das Medikament an: "Zäpfchen zum Beispiel sind instabiler als gepresste Tabletten." Informationen finden Patienten auch auf der Webseite der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Und es gilt weiter aufzupassen: "Medikamente sollten zu Hause möglichst kühl und lichtgeschützt gelagert werden", sagt Tiede, zum Beispiel in einem Schrank im Schlafzimmer. Bad und Küche sind aufgrund von Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen ungeeignet. Auch auf Reisen sei es wichtig, Medikamente kühl zu transportieren. Mit einem handelsüblichen Kühlakku lässt sich die Temperatur oft deutlich senken.

Die Einnahme schlecht gewordener Medikamente kann indes gesundheitliche Folgen haben: Manche Patienten verspüren zum Beispiel Magenprobleme oder fühlen sich unwohl. Allerdings: "In der Regel werden Medikamente bei Hitze nicht giftig und zeigen keine Nebenwirkungen", sagt Tiede. "Sie helfen aber eventuell nicht mehr."

Zur Absicherung empfiehlt die Expertin die Anfrage beim Arzt oder Apotheker. In akuten Fällen hilft der Notruf. Innerhalb der Europäischen Union lautet die Nummer 112. Für andere Länder sei es ratsam, sich schon vor der Abreise zu informieren.