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Forscher: Bei über 40 Grad wird es für Menschen zunehmend gefährlich

Wenn der Klimaschutz global scheitert, könnten ganze Regionen der Welt für Menschen zu "lebensgefährlichen Lebensräumen" werden. Davor warnt der Chef des Umweltbundesamts, Dirk Messner.

Einige Regionen auf der Erde könnten durch den Klimawandel nach Angaben von Wissenschaftler Dirk Messner bereits Mitte des Jahrhunderts zu "lebensgefährlichen Lebensräumen" werden. Dies drohe dann, wenn es der Weltgemeinschaft nicht gelinge, die globale Erwärmung auf unter 2 Grad zu begrenzen, sagte der Präsident des Umweltbundesamtes am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Derzeit befinde sich der Planet durch menschengemachten Klimawandel auf einem Pfad Richtung 2,6 Grad Erwärmung.

Unter diesen Bedingungen erwarte man für die spanische Hauptstadt Madrid ähnliche Temperaturen wie aktuell im nordafrikanischen Marokko, sagte Messner. "Und in Marokko könnte es künftig so heiß sein wie in den Zonen auf der Welt, wo heute wenig Menschen leben - aus guten Gründen."

Schon bei mehrtägigen Temperaturen um die 40 bis 42 Grad komme es zu deutlich erhöhter Sterblichkeit bei Risikogruppen, so der Wissenschaftler weiter. "Das erleben wir gerade in Deutschland. Bei mehrtägigen Hitzewellen über 45 Grad, fehlendem Schatten und wenig nächtlicher Abkühlung, wird es auch für gesunde Erwachsene gefährlich. Die Regionen, in denen solche Situationen dauerhaft drohen, wachsen."

Diese Entwicklung sind laut dem Chef des Umweltbundesamtes beispielsweise am Persischen Golf, in Südasien und Teilen Westafrikas zu erwarten. "Da kommen wir in diese extremen Ereignisse", warnte Messner. Kontinuierliche Hitze, Dürren, Wasserknappheiten, sinkende landwirtschaftliche Produktion, kombiniert mit schwachen Infrastrukturen und instabilen Gesundheitssystemen könnten klimabedingte Migrationsbewegungen und internationale Instabilitäten verstärken.

Der Forscher verwies darauf, dass auch die Weltbank in Szenarien, in denen Klimaschutz misslinge, für 2050 von 140 bis 216 Millionen Klimamigranten ausgehe. Umso dringlicher seien weitere Fortschritte beim Klimaschutz, in Deutschland wie international.