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Meldung

Zentralrat der Muslime verurteilt Anschlag auf Berliner CSD

Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD melden sich Islamverbände zu Wort. Sie verurteilen die Gewalttat und werben für gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland verurteilt den mutmaßlich islamistischen Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin. "Wo Menschen aufgrund ihrer Identität oder ihrer Lebensweise zur Zielscheibe von Gewalt werden, werden die Grundwerte unseres Zusammenlebens angegriffen", teilte der islamische Dachverband am Tag nach dem Anschlag in Köln mit. "Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Opfern, ihren Angehörigen sowie allen Menschen, die diese schreckliche Tat miterleben mussten."

Sollte es sich tatsächlich um eine islamistische Tat handeln, dann sei Religion für Hass und Gewalt missbraucht worden. "Gewalt gegen Unschuldige findet im Islam keine Rechtfertigung. Wer Religion instrumentalisiert, um Hass zu schüren oder Gewalt auszuüben, handelt gegen die ethischen Grundsätze des Islam und missbraucht den Glauben für menschenverachtende Ziele", so der Zentralrat. Die Organisation sprach sich für gesellschaftlichen Zusammenhalt und gegen Gewalt aus.

Auch der Rat der Islamischen Gemeinschaften Hamburg (Schura) verurteilte die Tat. "Unterschiedliche Überzeugungen dürfen niemals Gewalt oder Menschenfeindlichkeit rechtfertigen. Wir stehen gemeinsam ein für Menschlichkeit, für eine offene Gesellschaft, für die unantastbare Würde jedes Menschen und für ein friedliches Zusammenleben", sagte der Vorsitzende Fatih Yildiz am Sonntag bei einer Gedenkveranstaltung in Hamburg.

Am Samstagabend war nach der CSD-Parade in Berlin ein Auto in die Menschenmenge am Tiergarten gefahren. Dabei wurde eine Person getötet, mindestens 29 weitere teils schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter wurde später bei einem Polizeizugriff erschossen. Er soll in der Vergangenheit mehrfach versucht haben, sich im Ausland der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) anzuschließen.