• Deutschland DEU
  • Gesellschaft
  • Kirche
Meldung

Caritas: Mehr Großelternzeit statt Elterngeldkürzungen

Zum Welttag der Großeltern und Senioren wirbt die Caritas für mehr Einbindungsmöglichkeiten der älteren Generation. Es gehe darum, eine "gesellschaftliche Superkraft" zu ermöglichen.

In der Debatte um Kürzungen beim Elterngeld plädiert der Deutsche Caritasverband für mehr Flexibilität und Spielraum bei familiären Betreuungsmodellen. "Anstatt die Leistung zu kürzen, sollte überlegt werden, ob die bislang als Ausnahmeregelung konzipierte Großelternzeit ausgeweitet werden kann, um die Sorge für die Kinder auf die Schultern mehrerer Generationen zu verteilen", sagte Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa.

Die Politik müsse Rahmenbedingungen für gutes Aufwachsen, stabile Familien und Versorgungssicherheit in jedem Lebensalter schaffen, betonte Welskop-Deffaa. "In einer Gesellschaft des langen Lebens braucht es besondere Aufmerksamkeit, damit Begegnungen, Erfahrungsaustausch und Solidarität der Generationen füreinander gelingen."

Das sei "eine gesellschaftliche Superkraft", fuhr die Caritas-Präsidentin fort. Besonders deutlich werde das in der Großeltern-Enkel-Beziehung. "Wenn Teenager-Enkel beim Einrichten des neuen Smartphones helfen, ebenso wie wenn Großeltern den Kita-Schließtag mit einem Ausflugstag überbrücken."

Die Chefin des katholischen Sozialverbandes äußerte sich zum Welttag der Großeltern und Senioren (26. Juli). Der Welttag war 2021 vom damaligen Papst Franziskus ins Leben gerufen worden. In diesem Jahr hat Papst Leo XIV. ihn unter das Leitwort "Ich aber werde dich niemals vergessen" gestellt. "Wir wissen, wie groß das Leid durch Einsamkeit sein kann - in allen Altersgruppen, besonders aber bei jungen Erwachsenen sowie Seniorinnen und Senioren", erklärte Welskop-Deffaa. Auftrag der Caritas sei es, Begegnungs- und Schutzräume "für diejenigen zu schaffen, die nicht von einem familiären Netz gehalten werden".