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Umfrage: Deutsche empfinden Gesellschaft als weniger empathisch

Schlechte Stimmung im Land? So lesen sich die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage unter den Bundesbürgern. Die Befragten berichten von mangelndem Einfühlungsvermögen - nicht nur in Sozialen Medien.

Mehr als acht von zehn Deutschen nehmen nach eigenem Befinden einen Rückgang von Empathie in der Gesellschaft wahr. Neun von zehn Befragten seien zudem überzeugt, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt in Deutschland leide. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 2.500 Menschen im Auftrag der Zurich Versicherung, die am Donnerstag in Köln veröffentlicht wurde.

Laut Mitteilung erleben 41 Prozent der Befragten mindestens einmal in der Woche Respektlosigkeit im direkten Kontakt mit anderen Menschen. Demnach berichten 45 Prozent von regelmäßigen Respektlosigkeiten und 35 Prozent von einem aggressiven Ton in Diskussionen.

Mangelndes Einfühlungsvermögen nehmen die Befragten vor allem in Sozialen Medien wahr. Einschlägige Plattformen nannte rund jeder zweite Befragte (53 Prozent), gefolgt von Behörden (41 Prozent).

Als Gründe für den empfundenen Rückgang von Empathie in den vergangenen fünf Jahren nennen die Befragten laut Mitteilung eine gesellschaftliche Spaltung (39 Prozent), Egoismus (38 Prozent), Stress (32 Prozent) und Vorurteile (28 Prozent).

Auch in den kommenden fünf Jahren erwarten 54 Prozent der Deutschen einen weiteren Rückgang von Empathie. 13 Prozent erwarten hingegen eine Verbesserung; 27 Prozent gehen nicht von wesentlichen Veränderungen aus.

"Die vergangenen Krisenjahre waren für viele Menschen ein Stresstest - wirtschaftlich, gesellschaftlich und emotional", sagte Zurich-Pressesprecher Bernd O. Engelien. Hohe Preise, internationale Konflikte und hitzige Debatten auf der politischen Bühne hätten Spuren hinterlassen. Zugleich zeigten die Studienergebnisse, dass das Miteinander in Vereinen, Familien und Freundeskreisen ein wichtiger Faktor sei, um Empathie zu fördern. Auch Kirchen, Schulen und Pflegeeinrichtungen nannten die Befragten in diesem Zusammenhang.