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Arbeitsagentur-Chefin: "Gab schlechtere Zeiten, Katholikin zu sein"

Andrea Nahles führte einst die SPD, heute leitet sie die Bundesagentur für Arbeit. Und immer war sie katholisch. Derzeit ist sie es sogar besonders gerne.

Die Chefin der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, ist froh um Papst Leo XIV. und ihren katholischen Glauben. "Es gab schon schlechtere Zeiten, Katholikin zu sein", sagte Nahles der "Augsburger Allgemeinen". "In einer Zeit, in der der amoralischste Präsident, den die USA wahrscheinlich jemals hatten, regiert, ist es gut, dass der Papst eine moralische Autorität darstellt."

Besonders spannend finde sie das erste Lehrschreiben von Leo XIV., die im Mai erschienene KI-Enzyklika "Magnifica humanitas" (Großartige Menschheit). Der Papst habe darin eine menschenfreundliche Künstliche Intelligenz thematisiert. "Ohne ethischen Kompass richtet sich KI in den Händen von superreichen Monopolisten gegen die Menschen", sagte Nahles. "Es muss Regeln geben und wir brauchen eine Teilung von Macht."

Mit Blick auf die bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern äußerte sich Nahles auch zur AfD. Über Vertreter der in Teilen als gesichert rechtsextremistisch eingestuften Partei sagte die frühere SPD-Vorsitzende: "Sie fahren einen aggressiven Kurs - nicht nur gegenüber Minderheiten, auch gegenüber den beiden großen christlichen Kirchen oder gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk."

Nahles fügte an, politische Gegner würden von AfD-Vertretern als Feinde behandelt. "Ich glaube, dass das auf Dauer etwas ist, das Deutschland spaltet und massiv schadet, auch wirtschaftlich."

Auf die Frage, wie sie die Stimmung in Deutschland erlebe, antwortete Nahles: "Nicht gut, und das sage ich nicht leichtfertig." Es gebe ein Grundgefühl, dass sich ganz vieles in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit verändere. Ein Beispiel sei die erwähnte Künstliche Intelligenz. "Insgesamt ist ein Land ohne Selbstbewusstsein zu beobachten, das finde ich das Schlimmste", so Nahles.