Caritas-Bilanz: Fast 40 Millionen Euro Spenden - Rückzug des Staates
Krisen und Katastrophen stürzen immer mehr Menschen in Not. Weltweit sind es inzwischen 305 Millionen Menschen. Deutschland aber kürzt bei der humanitären Hilfe. Das kritisiert Caritas international in seiner Jahresbilanz.
Freiburg (KNA) Trotz wirtschaftlich angespannter Zeiten bleibt die Spendenbereitschaft für die humanitäre Arbeit von Caritas international sehr hoch. 2025 gingen bei der katholischen Hilfsorganisation private Spenden in Höhe von rund 39,9 Millionen Euro ein. Das entspricht dem Niveau des Vorjahres, wie Caritas international bei der Vorstellung seiner Jahresbilanz 2025 am Dienstag in Freiburg mitteilte. Der Leiter der Hilfsorganisation, Oliver Müller, sprach von beeindruckender Solidarität.
Gleichzeitig ziehe sich der deutsche Staat aber zunehmend aus seinem humanitären Engagement zurück, kritisierte Müller. Angesichts weltweit steigender Zahlen von Menschen, die in Kriegen und Katastrophen Hilfe brauchen, seien diese Kürzungen nicht nur moralisch falsch, sondern sie schwächten auch die internationale Glaubwürdigkeit. "Die Kürzungen nehmen Deutschland politische Einflussmöglichkeiten, machen die Welt unsicherer und schaden uns deshalb am Ende selbst."
Caritaspräsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa forderte, dass Solidarität und Verantwortung nicht an nationalen Grenzen enden dürfen. Nötig sei eine "globale Zivilisation der Gerechtigkeit und der Solidarität". Als Beispiel verwies sie auf die Caritas-Hilfen für die Opfer der Erdbebenkatastrophe in Venezuela. Helfer seien dort seit den Beben am 24. Juni rund um die Uhr aktiv. Insgesamt engagiert sich Caritas international aktuell in weltweit 80 Staaten mit etwa 600 Projekten.
Die Caritas forderte Deutschland auf, künftig jährlich mindestens drei Milliarden Euro für humanitäre Hilfe bereitzustellen. Das sei mit Blick auf die deutsche Wirtschaftskraft ein "angemessener und gerechter Anteil". 2026 sind im Bundeshaushalt rund eine Milliarde Euro für humanitäre Hilfen vorgesehen.
