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Meldung

Frankreich könnte bald zwei neue Welterbestätten haben

Mittelalter und Zweiter Weltkrieg: Die beiden französischen Kandidaten für die Unesco-Welterbeliste stehen für Wendepunkt in der Geschichte - auf je eigene Weise.

Die mittelalterliche Festungsstadt Carcassonne und die Katharerburgen im Pyrenäenvorland sowie die Strände in der Normandie, an denen die Alliierten 1944 landeten: Frankreich könnte in Kürze zwei weitere Welterbestätten haben. Auf ihrer aktuellen Tagung beraten die Mitglieder des Unesco-Welterbekomitees bis 29. Juli über die Neuaufnahme von insgesamt rund 30 Welterbestätten.

Das im Südwesten Frankreichs gelegene Carcassonne sowie die Landungsstrände der Alliierten an der Atlantikküste ziehen schon jetzt vor allem im Sommer zahlreiche Touristen an. Carcassonne und sieben der sogenannten Katharerburgen stehen laut Aufnahmeantrag stellvertretend für die Eroberung des Languedoc durch den König von Frankreich und seinen Vasallen im Lauf des 13. Jahrhunderts.

Die Katharer, auch Albigenser genannt, waren eine vor allem im Südwesten Frankreichs beheimatete religiöse Bewegung. Ihre Anhänger fanden zunächst auch in den Burgen der lokalen Eliten Unterschlupf. Der von Papst Innozenz III. initiierte Albigenserkreuzzug zwischen 1209 und 1229 leitete den Untergang der Bewegung ein.

Die Landungsstrände in der Normandie stehen dagegen für einen entscheidenden Wendepunkt im 20. Jahrhundert. Anfang Juni 1944 gingen bei der größten Militäroperation dieser Art Hunderttausende Soldaten der Alliierten an Land. In verlustreichen Kämpfen konnten sie die deutschen Verteidigungslinien niederringen und bereiteten damit letztlich den Boden für die Befreiung Frankreichs, den Untergang des NS-Regimes von Adolf Hitler und das Ende des Zweiten Weltkriegs.

Der Aufnahmeantrag umfasst sowohl die Reste des von den Deutschen errichteten Atlantikwalls entlang der rund 80 Kilometer langen Küstenlinie wie unter anderem auch die Überreste des von den Briten konstruierten Behelfshafens vor dem Ort Arromanches-les-Bains. - Auf der Liste des Unesco-Welterbes stehen derzeit 1.248 Kultur- und Naturstätten in 170 Ländern.