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Archäologen: Pharaonen-Töchter waren geübte Kämpferinnen

Die Waffen in Gräbern ägyptischer Prinzessinnen waren nicht nur symbolische Beigaben. Eine Untersuchung der Skelette zeigt: Die Frauen konnten mit dem Kriegsgerät männliche Sparringspartner das Fürchten lehren.

Ägyptische Königstöchter waren im Umgang mit Waffen teils ähnlich trainiert wie Waldelfen-Kriegerinnen in Fantasy-Romanen. Nach einer Untersuchung von fast 4.000 Jahre alten Mumien zeigen Skelette der betreffenden Prinzessinnen Merkmale, die auf ein entsprechendes Training schließen lassen. Grabbeigaben wie Jagdbogen und Keulen seien nicht nur symbolisch, einige der jungen Frauen hätten die Waffen auch aktiv benutzt, berichtet die Fachzeitschrift "Frontiers in Environmental Archaeology"(Freitag).

Laut der Hauptautorin Zeinab Hashesh, Professorin für Bioarchäologie, wird die Schlussfolgerung "durch die Art und Weise gestützt, wie sich ihre Knochen entwickelt haben, um einer starken Muskelbeanspruchung standzuhalten". Dies stimme mit den in den Gräbern gefundenen Waffen überein.

Analysiert wurden die sterblichen Überreste von fünf Prinzessinnen aus dem Gräberfeld von Dahschur südlich von Kairo; vier von ihnen waren Töchter des Pharaos Amenemhat II., der Anfang des 2. Jahrtausends vor Christus regierte.

"Wir haben bei diesen Personen eine ausgeprägte Entwicklung der Oberarme festgestellt, die mit sich wiederholenden, kraftintensiven Bewegungen wie dem Spannen einer Bogensehne oder dem Stabilisieren einer Waffe korreliert und belegt, dass sie diese Tätigkeiten zeitlebens gewohnt waren", so Hashesh.

Demnach war Prinzessin Ita eine Frau im Alter zwischen 28 und 34 Jahren mit kräftigen Muskelansätzen im Oberkörper. Das deute darauf hin, dass sie regelmäßig Waffen wie Keulen oder Dolche eingesetzt habe. Ähnlich zeigte die etwas ältere Prinzessin Chnumet den Angaben zufolge robuste Bänderansätze. Prinzessin Itaweret, die im Alter zwischen 20 und 34 Jahren starb, hatte Rippenbrüche und Fußfrakturen überlebt und wies ebenfalls Skelettmerkmale einer geübten Bogenschützin auf.

Die Verletzungen geschahen laut Hashesh im Zusammenhang mit einem aktiven Lebensstil, "sei es durch Jagd, militärische Ausbildung oder andere anstrengende Tätigkeiten". Zugleich hätten die Frauen offenbar Zugang zu für ihre Zeit fortschrittlicher medizinischer Versorgung gehabt.