Hitzeschutz auf dem Bau: "Sich im Job nicht verbrennen lassen"
Bei der Arbeit unter praller Sonne ist "oben ohne" gerade gar nicht sexy, mahnt die Gewerkschaft IG BAU Nordwürttemberg. Möglichst viel vom Körper sollte mit Stoff bedeckt sein. UV-Schutz ist das A und O gegen Hautkrebs.
Stuttgart (KNA) Auch in der aktuellen Hitzewelle müssen viele Menschen unter freiem Himmel arbeiten. Dann sei Arbeitsschutz aus der Tube - also Sonnencreme - "extrem wichtig", betonte die Gewerkschaft IG BAU Nordwürttemberg in Stuttgart. Auf dem Bau sei die wichtigste Regel in diesem Extremsommer: "Eincremen, eincremen, eincremen" - und zwar mit Lichtschutzfaktor 50. Und alle zwei Stunden nachcremen. Zur Wochenmitte werden im Westen und Südwesten Deutschlands Temperaturen von über 30 Grad erwartet.
"Intensiver UV-Schutz ist das A und O gegen Hautkrebs", so Alexander Deh, Vorsitzender der IG BAU Nordwürttemberg. "Es ist wichtig, sich im Job nicht verbrennen zu lassen." Darauf sollten Maurer, Straßenbauer und Dachdecker genauso achten wie die Landschaftsgärtnerin oder der Erntehelfer.
"Oben ohne" bei der Arbeit unter praller Sonne sei zudem alles andere als sexy. "Im Gegenteil: Möglichst viel vom Körper sollte mit Stoff bedeckt sein." Auch ein luftdurchlässiger Bauarbeiterhelm mit Nackenschutz gehöre zum Sommer-Outfit auf dem Bau, so Deh. Dafür habe der Arbeitgeber zu sorgen.
Genauso wie für reichlich Getränke. "Auch das Durstlöschen bei Sommerhitze ist Sache des Chefs", sagt der für Stuttgart zuständige Gewerkschafts-Bezirkschef. Er fordert alle Arbeitgeber in der baden-württembergischen Landeshauptstadt auf, für eine "Getränke-Flatrate" zu sorgen, wenn deren Beschäftigte tagsüber draußen sind.
Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) weist zudem darauf hin, dass natürliche UV-Strahlung nicht nur Sonnenbrand und langfristig Hautkrebs, sondern auch Augenschäden verursachen kann - wie etwa eine Entzündung von Hornhaut oder Bindehaut, eine Verbrennung der Netzhaut oder eine Trübung der Augenlinsen. Hitze belaste vor allem das Herz-Kreislauf-System und könne zu Sonnenstich, Hitzeerschöpfung oder Hitzschlag führen und "bei massiver Überhitzung im Extremfall zum Tod".
Bei schwerer Arbeit in großer Hitze rät die Gewerkschaft IG Bau, drei bis fünf Liter pro Tag zu trinken. Es gelte die Faustregel: Alle 15 bis 20 Minuten ein volles Wasserglas. Ideal seien Wasser und kalte Tees. Auch regelmäßige Pausen im Schatten - zum Beispiel unter einem Sonnensegel - seien wichtig. "Außerdem sollten Arbeitszeiten stärker in die frühen Morgen- oder Abendstunden gelegt werden", rät der Stuttgarter Gewerkschafter Deh.
Es müsse die "WSS-Regel" gelten: Wasser, Sonnencreme und Schatten. Außerdem empfiehlt die IG BAU einen regelmäßigen Hautkrebs-Check: Einmal pro Jahr sollten Menschen, die regelmäßig draußen arbeiten, zum Hautarzt gehen.
