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Berechnung: 50 Millionen Europäer weniger bis 2100

Weniger, älter, pflegebedürftiger: Das sind die Aussichten für die Bevölkerung in der Europäischen Union. Das hat Folgen auch für den Arbeitsmarkt.

Bis zum Ende des Jahrhunderts werden laut einer neuen Erhebung 11,7 Prozent weniger Menschen in der Europäischen Union leben als im vergangenen Jahr. Im Jahr 2100 wird die EU voraussichtlich noch rund 398,8 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner zählen, aktuell sind es etwa 450,6 Millionen, wie aus dem am Dienstag in Brüssel veröffentlichten dritten Demografiebericht der EU hervorgeht. Bis 2050 wird mit etwa 5,6 Millionen Menschen weniger bereits ein moderater Rückgang erwartet.

Während weniger Menschen in Europa leben werden, steigt laut Berechnung der Anteil der Senioren: Während heute rund jeder fünfte EU-Bürger älter als 65 Jahre ist, wird es 2050 jeder dritte sein. Der Anteil der über 80-Jährigen nimmt demnach von heute 6 Prozent auf 15 Prozent im Jahr 2100 zu.

Das Medianalter in der EU liegt heute bei 44,9 Jahren. Am höchsten ist es in Italien mit 49,1 Jahren, am niedrigsten in Irland mit 39,6 Jahren.

Die Lebenserwartung in Europa könnte bis zum Ende des Jahrhunderts auf 90 Jahre bei Frauen und 86 Jahre bei Männern steigen. Ein Kind, das 2023 geboren wurde, könnte im Durchschnitt damit rechnen, bis zum Alter von 75,3 Jahren ohne schwere Erkrankung zu leben.

Mit dem Anstieg des Durchschnittsalters sei auch ein Anstieg der Pflegebedürftigen verbunden, so das Joint Research Center der EU. Deren Zahl steigt den Berechnungen zufolge bis zum Jahr 2070 von heute 36 Millionen auf dann 48 Millionen.

Die Forscher weisen auch auf die Folgen der Überalterung für den Arbeitsmarkt hin. So sei davon auszugehen, dass die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter (15 bis 64 Jahre) bis 2050 um jährlich 1,2 Millionen zurückgeht. Eine Lösung könnte sein, mehr Menschen in Arbeit zu bringen. Rund 20 Prozent der Europäerinnen und Europäer im erwerbsfähigen Alter gingen keiner Lohnarbeit nach - bei den Frauen liegt der Anteil um zehn Prozentpunkte höher als bei den Männern.