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Venezolanischer Modemacher stellt Produktion auf Leichensäcke um

Inmitten von Trauer und Verwüstung setzt ein Designer in Venezuela ein eindrucksvolles Zeichen der Solidarität: Statt schicker Kleider lässt er etwas anfertigen, das zurzeit dringender gebraucht wird.

Ein bekannter Modedesigner in Venezuela hat seine Produktion nach dem verheerenden Erdbeben Ende Juni auf Leichensäcke umgestellt. Wie das lateinamerikanische Portal "El Destape" berichtet, fertigen die Schneiderinnen in der Werkstatt von Efraín Mogollón seit zwei Wochen schwarze Plastiksäcke statt eleganter Kleider. Diese werden an die lokalen Rettungsdienste in der Küstenstadt Catia La Mar ausgeliefert.

"Das ist ein ganz anderes Gefühl", sagte Mogollón. Aber er und seine Mitarbeiterinnen seien froh, auf diese Weise helfen zu können. Tatsächlich ist der Bedarf an Leichensäcken in der Region groß. Nach dem Beben mit bereits mehr als 3.800 Toten werden täglich immer neue Opfer aus den Trümmern geborgen. Zehntausende Menschen werden noch vermisst.

Auf aufwendige Verzierungen wie sonst bei seinen Kleidern verzichtet der Modemacher freilich. Doch eines lässt er sich nicht nehmen: An jedem Leichensack, der die Werkstatt verlässt, wird am Reißverschluss ein kleines Jesusbildchen angebracht.