Buchhandel: Dramatischer Einbruch bei jungen Lesern
Seit Jahren häufen sich Klagen über die gesunkene Lesekompetenz bei vielen Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Jetzt bildet sich das Problem auch in den Verkaufszahlen von Büchern ab.
Frankfurt (KNA) Deutschlands Buchhandel verzeichnet einen dramatischen Einbruch bei jungen Lesern. Die Zahl der Jungen und Mädchen zwischen 10 und 15 Jahren, die sich ein Buch kauften, ging 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 30,6 Prozent zurück, und die Ausgaben in dieser Altersgruppe sanken um 23,8 Prozent, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Donnerstag in Frankfurt berichtete. "Der sich immer weiter verschlechternde Zustand der Lesekompetenz in Deutschland schlägt sich erstmalig deutlich in den Buchkäufen nieder."
Die Zahl aller Buchkäuferinnen und -käufer ging 2025 gegenüber dem Vorjahr um 4,9 Prozent zurück. Der Branchenumsatz insgesamt lag mit 9,62 Milliarden Euro um 2,7 Prozent unter dem von 2024, wie es im neuen Bericht "Buchmarkt kompakt 2025/2026" des Börsenvereins heißt.
Die Zahl der Erstauflagen war den Angaben zufolge erneut rückläufig. Im vergangenen Jahr erschienen 52.644 neue Titel, das sind 9,8 Prozent weniger als 2024. Die Analyse des Börsenvereins lautet: "Zum einen planen Verlage in unsicheren Zeiten vorsichtiger. Zum anderen sind Backlist-Titel, das heißt Bücher, deren Erscheinungstag beim Verkauf mehr als zwölf Monate zurücklag, inzwischen ein großer Umsatzbringer: Mehr als die Hälfte der 2025 verkauften Bücher, nämlich 57 Prozent, waren Backlist-Titel."
