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Studie: Kriegsbilder lösen bei Jugendlichen Belastungssymptome aus

Kriegsbilder in sozialen Medien gehören für viele Jugendliche zum Alltag. Eine Studie sieht darin ein Risiko für die psychische Gesundheit. Welche Symptome häufig auftreten und wie sich junge Menschen schützen können.

Wenn Jugendliche in sozialen Medien mit Kriegsbildern konfrontiert werden, kann das bei ihnen Symptome auslösen, die einem posttraumatischen Belastungserlebnis ähneln. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung der Universität Regensburg und der Medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz, wie die Universität am Mittwoch mitteilte. Dafür befragten Forscher 2.000 Personen zwischen 16 und 21 Jahren. Von ihnen gaben 93 Prozent an, Kriegs- und Gewaltdarstellungen in sozialen Medien gesehen zu haben.

Von denjenigen, die solche Inhalte gesehen hatten, berichtete mehr als ein Viertel der Befragten von Vermeidungsverhalten und rund jeder Fünfte von belastenden Gedanken oder Bildern, wie es heißt. Zudem gaben knapp 15 Prozent an, unter erhöhter Anspannung zu leiden. Rund 10 Prozent berichteten von Schlafproblemen.

Die Ergebnisse legen laut Mitteilung zudem nahe, dass vor allem Jugendliche belastet sind, die das Leid anderer intensiv körperlich miterleben und gleichzeitig Schwierigkeiten haben, ihre eigenen emotionalen Reaktionen wahrzunehmen und einzuordnen.

Empathie könne dabei sowohl schützen als auch belasten, so die Forscher: "Sehr empathische Jugendliche reagieren emotional stärker auf das Leid anderer und sind dadurch anfälliger für Belastungssymptome. Gleichzeitig zeigt sich: Emotionale Bewusstheit schützt. Wer die eigenen Gefühle gut erkennen und einordnen kann, verarbeitet belastende Inhalte offenbar besser und entwickelt seltener Symptome."

Da nicht alle Jugendlichen gleich auf belastende Inhalte reagierten, sei es wichtig, die Medienkompetenz zu stärken, sagte Romuald Brunner, Professor am Lehrstuhl für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Es gelte, "die persönliche Belastung durch solche Inhalte wahrzunehmen, sich bei Bedarf bewusst abzugrenzen, mit anderen darüber zu sprechen und die eigenen emotionalen Grenzen zu kennen und zu schützen". Zugleich sprachen sich die Studienautoren dafür aus, die Verbreitung von Gewaltdarstellungen in sozialen Medien stärker zu regulieren.