Einsam zwischen gesichtslosen Rassisten: Ein Foto geht um die Welt
Ein Bild vom Jubiläumswochenende der USA jagt derzeit vielen Menschen einen kalten Schauer über den Rücken. Eine junge Schwarze sitzt in der U-Bahn - um sie herum lauter rechte Aktivisten, die wie Mumien aussehen.
Washington/Berlin (KNA) Ein Pressefoto von einer gespenstischen Szene in der U-Bahn der US-Hauptstadt Washington geht im Internet viral. Die Aufnahme des Reporters Cheney Orr von der Nachrichtenagentur Reuters zeigt eine junge schwarze Frau, die allein und offensichtlich verunsichert zwischen lauter Männern sitzt, die ihre Gesichter hinter weißen Mullbandagen und Baseballkappen verstecken.
Die Männer im Metro-Waggon sind auf dem Weg zu einem Aufmarsch der rechten Bewegung Patriot Front, die laut Menschenrechtsorganisationen für zahlreiche rassistische und antisemitische Übergriffe verantwortlich ist. Weitere Fotos der Serie zeigen, wie die Männer zur Demo weiterziehen.
Seit dem Wochenende verbreitet sich die Aufnahme mit wachsender Geschwindigkeit im Netz. Viele Amerikaner sehen darin ein Symbol der Stimmung im Jahr 2026. "Ein Foto sagt alles über den 250. Geburtstag der USA", ist einer der Kommentare, zu lesen beim Instagram-Account Insidehistory. "Eure Enkel werden dieses Bild im Geschichtsbuch sehen", schreibt X-Nutzer Dean Withers.
Hollywood-Star Jamie Lee Curtis ("Knives Out") zieht einen direkten Vergleich zum ikonischen Bild der schwarzen Aktivistin Rosa Parks, die 1955 ihren Sitzplatz nicht für einen weißen Fahrgast räumen wollte und dafür festgenommen wurde. Curtis lobt den Mut der Frau in Washington. "Dieses Foto hat in allen von uns etwas verändert."
