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Bischöfe wollen in Rom über Familien in Krisen sprechen

Die katholische Kirche hält am traditionellen Familienbild fest. Doch auch sie setzt sich mit den Krisen heutiger Familien auseinander. Der Papst hat Bischöfe aus allen Kontinenten nach Rom gerufen, um das zu vertiefen.

Drei Monate vor dem Start einer weltweiten Konferenz von Bischöfen zum Thema Ehe und Familie hat der Vatikan die geplanten Inhalte bekanntgegeben. Aus der am Montag verbreiteten Mitteilung geht hervor, dass die Bischöfe Mitte Oktober in Rom auch über die angemessene Seelsorge in schwierigen familiären Situationen wie Trennung und Scheidung diskutieren wollen. Anlass des Treffens ist das zehnte Jubiläum der Veröffentlichung des innerkirchlich umstrittenen Dokuments "Amoris laetitia" von Papst Franziskus im Jahr 2016.

In dem Text hatte der damalige Papst erstmals die Möglichkeit eröffnet, unter bestimmten Bedingungen auch Paare zu den Sakramenten zuzulassen, die nach einer Scheidung in zweiter Zivilehe verheiratet sind. Dies hatten vor allem konservative Kardinäle scharf kritisiert. Zudem hatte der Papst in dem Dokument gefordert, die Kirche solle sich Paaren zuwenden, die ohne Eheschließung zusammenleben. Diese Form des Zusammenlebens ist nach katholischer Sexualmoral nicht zulässig.

An der achttägigen Konferenz im Vatikan vom 7. bis 14. Oktober 2026 sollen die Vorsitzenden aller Bischofskonferenzen sowie die Oberhäupter der mit Rom verbundenen Ostkirchen teilnehmen. Insgesamt sind das 132 Bischöfe, Erzbischöfe und Patriarchen. Nach dem Willen des Papstes sollen auch einige Familien teilnehmen und von ihrem Leben berichten.

Die Befassung mit "Familien in komplexen Situationen" ist laut der Mitteilung eines von fünf größeren Themen der Konferenz. Weitere Punkte lauten: "Familien heute: Realität, Schönheit und Herausforderungen", "Junge Menschen und die Entdeckung der Berufung zur Ehe", "Die ersten Jahre der Ehe: Eine entscheidende Zeit" und schließlich: "Christliche Familien als Subjekte kirchlicher Mission".

Der katholischen Morallehre entsprechend ist in der Mitteilung von der Ehe ausschließlich als Verbindung von einem Mann und einer Frau die Rede. Gleichgeschlechtliche Ehen gibt es aus Sicht der Kirche nicht.

Veranstalter des in diesem Format ungewöhnlichen Bischofstreffens ist das vatikanische Dikasterium für Laien, Familie und Leben, gemeinsam mit dem an den Vatikan angegliederten Synodensekretariat. Papst Leo XIV. hatte unlängst vor Kardinälen aus aller Welt erklärt, das Treffen werde zwar keine Synode im engeren Sinne sein, doch würden die dort praktizierten Beratungs- und Klärungsmethoden dem von Bischofssynoden her bekannten "synodalen Stil" entsprechen.

Unklar ist, ob am Ende des Treffens ein gemeinsam beschlossener Text mit Empfehlungen an den Papst oder an die Ortskirchen stehen wird. Bei regulären Synoden der katholischen Weltkirche werden am Ende zahlreiche konkrete Vorschläge zur Abstimmung gestellt, die dann als Empfehlungen des Bischofskollegiums an den Papst gehen.