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Meldung

Unicef: Über 300 Kinder im Sudan seit Jahresbeginn getötet

Rund 330 seit Jahresbeginn, über 5.000 insgesamt - die Zahl der im Krieg getöteten Kinder im Sudan steigt in immer grausamere Höhen. Sorgen macht dabei besonders eine neue Kriegstechnik.

Mindestens 330 Kinder sind im Sudan laut einem Unicef-Bericht seit Jahresbeginn getötet worden. Die meisten Opfer wurden erneut aus den vom Krieg besonders betroffenen Bundesstaaten Darfur und Nord-Kurdufan gemeldet, teilte das UN-Kinderhilfswerk am Montag mit.

Besonders besorgniserregend sei die Entwicklung in Al-Obeid, dem Hauptort von Nord-Kurdufan. Um die als Knotenpunkt für Geflüchtete und humanitäre Hilfe wichtige Stadt hätten die Angriffe zuletzt deutlich zugenommen. Seit Mai wurden dort demnach mehr als 18 Kinder getötet und mehr als 17 Kinder verletzt. Die betroffenen Kinder waren zwischen zwei Monaten und 17 Jahren alt. Rund 60 Prozent dieser Opfer sind den Berichten zufolge auf Drohnenangriffe zurückzuführen.

"Kinder geraten in einen unaufhörlichen Kreislauf aus Gewalt, Vertreibung und Not", sagte der Unicef-Leiter im Sudan, Sheldon Yett. "Für viele Kinder gibt es keinen sicheren Ort mehr. Sie werden in ihren Häusern, auf den Straßen, auf Märkten und beim Versuch, Schulen und Gesundheitszentren zu erreichen, getötet oder verletzt. Kinder dürfen niemals Ziel von Angriffen sein. Ihr Leben, ihre Rechte und ihre Zukunft müssen geschützt werden."

Nach Unicef-Angaben wurden seit Kriegsausbruch mindestens 5.000 Kinder getötet oder verstümmelt, wobei von einer deutlich höheren Dunkelziffer auszugehen sei.

Im Sudan kämpfen seit April 2023 die sudanesische Armee und die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) um die Vorherrschaft. Seit dem Ausbruch des Krieges ist nach Schätzungen über ein Fünftel der 50 Millionen Sudanesen auf der Flucht, der Großteil davon als Binnenvertriebene im eigenen Land. Fast zwei Drittel der Bevölkerung sind auf Hilfe angewiesen. Es handelt sich um die derzeit größte humanitäre Krise der Welt.