CDU-Sozialflügel: Koalition muss sofortige Krankschreibung abräumen
Diese Pläne sorgen für Aufregung: das Attest im Krankheitsfall schon am ersten Tag und die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Auch innerhalb der Union gibt es Kritik daran.
Berlin (KNA) Die schwarz-rote Koalition muss nach Auffassung des CDU-Sozialflügels ihre Beschlüsse für eine Krankschreibungspflicht an Tag eins zurücknehmen. "Die meisten Menschen, die ich in den vergangenen Tagen gesprochen habe, sind entsetzt von der Ankündigung einer Pflicht zu einer Krankschreibung an Tag eins", sagte der Vize-Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft, Christian Bäumler, dem "Tagesspiegel". Es gebe einen großen Unmut. Die Koalition müsse dieses aus seiner Sicht völlig unnötige Thema schnell abräumen.
"Die Koalition sollte sich anderen Themen zuwenden, statt das Signal an die Menschen in Deutschland zu senden, dass sie ihnen misstraut", sagte Bäumler. Der umstrittene Beschluss mache "schon jetzt den positiven Effekt der vielen anderen guten Vorschläge, auch die aus der Rentenkommission, kaputt". Bäumler verwies darauf, dass die Wartezimmer bei Hausärzten schon jetzt meist überfüllt seien.
Die Spitzen der schwarz-roten Bundesregierung hatten sich am Mittwoch beim Koalitionsausschuss darauf geeinigt, dass künftig ab dem ersten Tag der Erkrankung die verpflichtende Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gesetzlich vorgeschrieben werden soll. Die genaue Ausgestaltung dabei ist aber noch offen.
