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Brot für die Welt warnt vor Kürzungen bei ziviler Friedensarbeit

Jeder Euro zählt - Brot für die Welt fordert mehr Geld für zivile Friedensarbeit statt weiterer finanzieller Einschnitte. Die Organisation warnt vor langfristigen Folgen für Sicherheit und Konfliktlösung.

Mit Blick auf den Bundeshaushalt 2027 hat Brot für die Welt vor weiteren Kürzungen bei der Entwicklungszusammenarbeit und der zivilen Konfliktbearbeitung gewarnt. Investitionen in die Förderung von globaler Gerechtigkeit und Frieden zahlten sich langfristig aus, sagte die Referentin für Frieden und Sicherheit der evangelischen Hilfsorganisation, Amelie Overmann, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Da lohnt sich jeder Euro", so Overmann.

Nach den bisherigen Haushaltsplanungen müsse die Friedensförderung mit weiteren Einschnitten rechnen, obwohl die Mittel bereits heute begrenzt seien, sagte Overmann. Dies gefährde Projekte und über Jahre aufgebaute Partnerschaften sowie Vertrauensstrukturen vor Ort, die für die nachhaltige Konfliktbearbeitung entscheidend seien.

"Friedensarbeit ist unter anderem eine Investition in die Prävention", betonte Overmann. Programme wie Mediation, Versöhnungsarbeit oder der Zivile Friedensdienst könnten dazu beitragen, Gewalt einzudämmen oder zu verhindern. Gleichzeitig sei Prävention deutlich günstiger als die Bewältigung der Folgen bewaffneter Konflikte, etwa durch Wiederaufbau oder humanitäre Hilfe.

Mit der "Zeitenwende" habe sich der politische Schwerpunkt zunehmend auf vorrangig militärisch definierte Verteidigung verlagert, sagte Overmann. Doch angesichts der steigenden Anzahl an bewaffneten Konflikten weltweit sei ein umfassenderer Ansatz nötig, um Sicherheit zu fördern.

Dieser Ansatz stelle die Menschen in den Mittelpunkt und berücksichtige, dass Sicherheit in einer global vernetzten Welt nicht unabhängig von der Sicherheit anderer gedacht werden könne, erklärte Overmann. Deutschland verschenke außerdem aktuell sein Potenzial, mit "soft power" - also mit diplomatischem Einfluss - eine Rolle als friedensstiftende Mittelmacht zu übernehmen.

Ein grundlegendes Problem der Friedensarbeit sei ihre begrenzte Sichtbarkeit in der öffentlichen Wahrnehmung. "Wie kann man sichtbar machen, dass man etwas verhindert hat?", fragte Overmann. Frieden sei kein einzelnes Ereignis, sondern ein langfristiger Prozess, der sich kaum in konkreten Bildern oder Erfolgszahlen darstellen lasse. Auch deshalb sei es politisch schwierig, Mittel für Friedensarbeit zu erhalten.

Zur zivilen Konfliktbearbeitung zählen unter anderem Dialoge, Traumaarbeit und Friedenspädagogik sowie die Stärkung zivilgesellschaftlicher Strukturen vor, während und nach bewaffneten Konflikten.