Cusanuswerk zeichnet herausragende Musikerinnen und Musiker aus
Ihre Tochter Maria Ladenburger wurde 2016 ermordet. Und eine der Reaktionen der Eltern war, einen Preis zu stiften. Denn auf Hass und Gewalt müsse es andere Reaktionen geben, als wiederum Hass und Hetze zu schüren.
Bonn/Freiburg (KNA) Die Bischöfliche Studienförderung Cusanuswerk hat am Freitag vier herausragende junge Musikerinnen und Musiker ausgezeichnet. Beim Preisträgerkonzert im Bonner Beethovenhaus erhielten Laura Handler (Violine), Sara Schlumberger-Ruiz (Violine), Erik Breer genannt Nottebohm (Klavier) und Anna M. Stephany (Mezzosopran) den "Maria-Ladenburger-Förderpreis für Musik" 2026. WDR 3 sendet die Aufnahme des Preisträgerkonzerts am 15. Oktober ab 20:03 Uhr.
Die zum vierten Mal verliehene Auszeichnung wurde von Friederike und Clemens Ladenburger gestiftet, deren Tochter Maria im Oktober 2016 in Freiburg von einem aus Afghanistan stammenden Asylbewerber ermordet worden war. Sie war selbst Stipendiatin des Cusanuswerks. Mit der Auszeichnung will die Familie "etwas von dem zurückgeben, was ihre Tochter in der Gemeinschaft der Cusaner an Bildung und spiritueller Prägung empfangen hat".
Friederike und Clemens Ladenburger verwiesen laut vorab verbreitetem Manuskript auf die Freiheit als aktuelles Jahresthema des Cusanuswerks. Dabei leiste Kunst einen unverzichtbaren Beitrag zur Freiheit einer Gesellschaft: Sie fördere Empathie und erinnere daran, dass Menschen mehr seien als ihre Funktionen oder Rollen: "Eine freie Gesellschaft braucht nicht nur wirtschaftliche oder politische, sondern auch kulturelle Freiheit - die Freiheit, zu fragen, zu träumen, sich auszudrücken und zu hoffen."
Mit Blick auf den Mord an seiner Tochter Maria hatte Vater Clemens Ladenburger bei der ersten Preisverleihung 2020 erklärt, auf Hass und Gewalt müsse es andere Reaktionen geben, als wiederum Hass und Hetze gegen andere zu schüren.
Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit einem "Meisterkurs-Stipendium" in Höhe von 2.000 Euro verbunden. Kooperationspartner sind neben der Familie und dem Cusanuswerk die Stiftung Begabtenförderung Cusanuswerk und die Deutsche Bischofskonferenz.
Die Bischöfliche Studienförderung Cusanuswerk ist das Begabtenförderungswerk der katholischen Kirche in Deutschland. Es hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 12.000 hochbegabte katholische Studentinnen und Studenten gefördert.
