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Deutsche adoptieren immer weniger Kinder

Die Zahl der Adoptionen ist 2025 gesunken – auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Nur noch 56 Jungen und Mädchen wurden aus dem Ausland adoptiert.

In Deutschland werden immer weniger Kinder adoptiert. Die Zahl der Adoptionen sank 2025 auf den tiefsten Stand seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte.

Nach Angaben der Statistiker wurden 2025 bundesweit 3.517 Kinder adoptiert. Das waren 4 Prozent oder 145 Jungen und Mädchen weniger als 2024. Damit setzte sich der langfristige Rückgang weiter fort: 1993 hatte es einen Höchststand von 8.687 Adoptionen gegeben. Bis 2009 halbierten sich die Zahlen; seitdem bewegen sie sich zwischen etwa 3.500 und 4.100 Fällen, mit zuletzt leicht rückläufiger Tendenz.

Über ein Viertel (27 Prozent) der 2025 adoptierten Jungen und Mädchen war zum Zeitpunkt der Adoption noch im Säuglingsalter von unter einem Jahr, weitere 31 Prozent waren ein oder zwei Jahre alt. Im Schnitt betrug das Alter bei der Adoption 5,1 Jahre.

Die meisten Kinder wuchsen vor der Adoption bei einem Paar aus leiblichem Elternteil und Stiefelternteil auf (74 Prozent). 10 Prozent wurden aus einem Krankenhaus oder einem Mutter-Kind-Heim und 8 Prozent aus einer Pflegefamilie heraus adoptiert. In 3 Prozent der Fälle ging der Adoption eine anonyme Geburt oder die Abgabe über eine Babyklappe und in 2 Prozent eine Heimerziehung voraus. Dabei wurden 2025 nur noch 1,6 Prozent oder 56 Jungen und Mädchen aus dem Ausland angenommen – und zwar am häufigsten aus Thailand, Südafrika, Burkina Faso und Sri Lanka.

Insgesamt 45 Prozent der adoptierten Kinder wurden 2025 von ihren Stiefmüttern und 30 Prozent von ihren Stiefvätern angenommen, also den (neuen) Partnerinnen oder Partnern der rechtlichen Elternteile. Knapp jedes vierte Kind (rund 23 Prozent) wurde gemeinsam von einem Paar adoptiert. Dabei war das Elternpaar in 21 Prozent aller Fälle verschiedengeschlechtlich und in 3 Prozent aller Fälle gleichgeschlechtlich. In den verbleibenden 2 Prozent der Fälle hatten sonstige verwandte oder nicht-verwandte Einzelpersonen die Kinder angenommen.

Trotz des allgemeinen Rückgangs gewannen die Stiefkindadoptionen auch 2025 weiter an Bedeutung: Im Zeitraum von 2010 bis 2025 stieg ihr Anteil an allen Adoptionen von 54 auf 75 Prozent und erreichte damit einen neuen Höchststand. Die Entwicklung ist insbesondere auf Stiefmütter in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften zurückzuführen: Wird ein Kind in eine bestehende Partnerschaft von zwei Frauen hineingeboren, kann die Partnerin die Rechtsstellung eines leiblichen Elternteils nur über eine Stiefkindadoption erlangen. 2025 adoptierten 1.586 Stiefmütter Kinder, deren Durchschnittsalter bei 1,9 Jahren lag.