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Studie: KI in politischen Debatten überzeugender als Menschen

KI kann Menschen täuschend echt imitieren. In einer Studie wurden ihre Antworten auf Politikfragen oft als authentischer eingestuft als echte Menschen. Forscher warnen vor Missbrauch.

Bei politischen Fragen halten Menschen Antworten von KI-Sprachmodellen häufig für authentischer als die von echten Menschen: Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Universität Passau, wie diese am Donnerstag mitteilte. KI habe damit das Potenzial, gesellschaftliche Debatten maßgeblich zu beeinflussen, warnen die Forscher.

Für ihre Untersuchung baten die Forscher laut Angaben das Sprachmodell ChatGPT 4 Turbo, Fragen aus 30 Sendungen der britischen Politik-Talkshow BBC Question Time aus den Jahren 2020 bis 2022 zu beantworten. Dabei sollte die KI den sprachlichen Stil der Gäste in einer öffentlichen Debatte imitieren. Anschließend legten sie 948 Probanden aus Großbritannien diese Antworten sowie die Antworten von Personen aus der Sendung vor. Dabei wussten die Teilnehmer nicht, dass eine der Antworten von einer KI stammt.

Die Antworten der KI hätten die Befragten dabei überwiegend als authentischer, schlüssiger und relevanter als die menschlichen Antworten eingestuft, heißt es. Das gelte sogar bei inhaltlichen Abweichungen, was ein Problem sei, erklärte die Juniorprofessorin für Computational Rhetoric und Natural Language Processing, Annette Hautli-Janisz. "Denn dann sind wir mit der Situation konfrontiert, in der KI-Technologie zur gezielten Fehlinformation über den Standpunkt des Sprechers eingesetzt werden kann."

Die Studie zeigt laut den Forschern zwar auch, dass Sprachmodelle dazu gebracht werden können, einen sinnvollen Beitrag zu öffentlichen Debatten zu leisten. Es sei aber dringend notwendig, die Bevölkerung auch über den potenziellen Schaden aufzuklären, den deren Einsatz verursachen kann. "Ein unregulierter Einsatz von KI-Technologien in der politischen Kommunikation könnte verheerende Folgen haben."