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Achtung beim Rasenmähen - Uni entwickelt Insekten-Taschenrechner

Hummeln und Rosenkäfer, Blattläuse und Heuschrecken: Jede Wiese ist voll von kleinsten Lebewesen, die wichtig für das Ökosystem sind. Ein neuer Insekten-Taschenrechner zeigt die Vorzüge einer Wildwiese.

Was krabbelt da in meiner Wiese? Das zeigt der neue Insekten-Taschenrechner der TU Darmstadt: Ein Forscherteam der Hochschule hat dieses Online-Tool entwickelt, das Anzahl und Vielfalt der Insekten in Wiesen und Grünflächen berechnen kann - und auch weiß, wie sehr das Mähen diese reduzieren würde. Die Forscher veröffentlichten die Studie dazu jetzt im Fachjournal "Ecological Solutions and Evidence".

Demnach kann ein Mähvorgang die Anzahl von Insekten und Spinnen auf einer Wiese um bis zu 73 Prozent mindern, wie die Wissenschaftler erklärten. Dies gelte für Spinnen, Zikaden, Wanzen, Heuschrecken und andere.

Die Forscher geben ein Beispiel: Nach dem Mähen einer 100 Quadratmeter großen Fläche finden sich demnach etwa 13.000 Insekten und Spinnen. Bleiben jedoch zehn Prozent der Fläche ungemäht, steigt die Zahl auf 14.350, bei 20 Prozent auf 15.700 und bei 30 Prozent auf 17.050. Eine vollständig ungemähte Wiese beherbergt demnach 26.500 Krabbeltierchen.

Der Insekten-Taschenrechner basiert laut Angaben auf Daten aus verschiedenen Regionen Deutschlands und der Schweiz. Er präsentiert demnach einen "Spaziermodus" für Interessierte und einen "Profimodus" für Fachleute im Bereich der Grünlandbewirtschaftung; jeder Interessierte kann ihn folglich anwenden.

Erstautorin Johanna Berger erklärt: "Ein Hauptaspekt zeigt, dass Änderungen am Mähverhalten zwar etwas bewirken können, etwa insektenschonendere Mäher oder weniger Schnitte, das Mähen selbst jedoch den größten Einfluss hat." Dies unterstreiche die Bedeutung von ungemäht gelassenen Flächen, sogenannten Refugien: "Sie sind eine wirkungsvolle Maßnahme für den Schutz von Insekten und Spinnen, in denen Ressourcen erhalten bleiben und in die sie während beziehungsweise nach dem Mähen flüchten können."

Refugien lassen sich demnach auch mit Konzepten wie der Rotationsmahd gut verwirklichen, bei der immer nur ein Teil der Fläche gemäht wird - der andere Teil dann zu einem späteren Zeitpunkt. Ungemähte Refugien schafften Lebensraumvielfalt sowie Entwicklungsräume für Larven und Winterquartiere, hieß es. Grundsätzlich sei die Dichte der Insekten und Spinnen in weniger isolierten ländlichen Bereichen höher als in stärker versiegelten städtischen Bereichen.