Bundespräsident bricht Lanze für Freiheit der Wissenschaft
Angriffe auf Forscher nehmen zu. Den Bundespräsidenten besorgt das. Er ruft dazu auf, die Freiheit der Wissenschaft zu verteidigen.
Berlin/Lindau (KNA) Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sorgt sich um die Freiheit der Wissenschaft. "Wo die Unabhängigkeit von Forschung und Lehre systematisch untergraben wird, bedroht das auch das Fundament der Demokratie", sagte Steinmeier laut Redemanuskript im südbayerischen Lindau.
Beispielhaft verwies das deutsche Staatsoberhaupt auf die aktuelle Situation in den USA unter der Regierung von Präsident Donald Trump. Dort würden Forschende eingeschüchtert und Bildungsstätten drangsaliert, "wenn sie sich nicht politischen Vorgaben beugen".
Auch in Deutschland verbreite sich Wissenschaftsfremdheit und -feindheit, beklagte Steinmeier. "Ob es um wissenschaftliche Erkenntnisse über den menschengemachten Klimawandel oder das Impfen geht: Sie werden besonders häufig von denen in Zweifel gezogen, die auch der Demokratie und ihren Institutionen mit Skepsis, Ablehnung oder gar Hass gegenüberstehen."
Der Bundespräsident rief zur Verteidigung der Wissenschaft auf. Er selbst habe großen Respekt "vor den vielen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in aller Welt, die mutig und entschlossen kämpfen, gegen Ignoranz, gegen Verschwörungsmythen und gegen Desinformation, für die Integrität von Forschung und Lehre, für die Freiheit der Wissenschaft, für das Erbe der Aufklärung".
Steinmeier äußerte sich zum Auftakt der 75. Lindauer Nobelpreisträgertagung. Bis zum Freitag versammeln sich zahlreiche Wissenschaftler in der bayerischen Stadt am Bodensee.
