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Marburger Bund: Kliniken schlecht auf Hitze vorbereitet

Temperaturen über 40 Grad: Gerade kranke Menschen leiden wegen großer Hitze. Doch viele Krankenhäuser sind darauf nicht eingestellt. Es fehlt demnach gravierend an Hitzeschutz.

Deutschlands Krankenhäuser sind nach Einschätzung des Marburger Bundes schlecht auf Hitzewellen vorbereitet. Nur ein Drittel der Häuser verfüge über klimatisierte Patientenzimmer, sagte die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft, Susanne Johna, am Freitag im ZDF-Morgenmagazin.

Operationssäle und Radiologie seien aus technischen Gründen gekühlt, erläuterte sie. Und auch die meisten Intensivstationen seien mittlerweile klimatisiert. "Aber dann hört es auch schon fast auf." Teilweise würden Angehörige aufgefordert, Kühl-Akkus mitzubringen, um den Patienten Erleichterung zu verschaffen. Ventilatoren seien aus hygienischen Gründen in vielen Krankenhausbereichen problematisch.

Johna forderte Politik, Architekten und auch Klinikketten dazu auf, Hitzewellen stärker bei der Planung von Gebäuden zu berücksichtigen. Die Bundesländer kämen ihrer Pflicht zur vollständigen Finanzierung der Investitionskosten seit Jahrzehnten nicht nach, sagte sie. "Wir bräuchten natürlich im Wesentlichen Raumlufttechnik und dort, wo Patientinnen und Patienten sind, doch mindestens eine Außenbeschattung der Fenster", sagte die Gewerkschaftsvorsitzende weiter. Selbst bei Neubauten werde das oft nicht mitbedacht. "Scheinbar zählt da manchmal mehr die Repräsentativität als die Vernunft."

Aus Sicht der Ärztin ist große Hitze eine Gefahr für die Gesundheit. Wunden heilten bei hohen Temperaturen schlechter. Und bei Hitzewellen stürben Menschen häufiger. Das gelte auch für Krankenhäuser, sagte Johna.

Vergangene Woche hatte auch der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, vor den Folgen der Hitzewelle für Patienten und Klinikpersonal gewarnt. Er forderte ein mehrjähriges Klima-Investitionsprogramm in Höhe von 31 Milliarden Euro, das auch Kühltechnik umfassen solle.

Auch Gaß kritisierte fehlende Investitionen der Bundesländer. "Für Klimaanlagen oder andere Kühltechnik bleibt nichts übrig, die Kliniken müssen weiter mit Verschattung, Ventilatoren und Kühl-Akkus improvisieren", bemängelte er. Außerdem übte er Kritik am Sparpaket von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU). "Sollten sich die Streichungspläne aus dem Bundesgesundheitsministerium durchsetzen, bleiben gekühlte Krankenhäuser illusorisch", sagte er.