Forscherin: Zwei Wochen weniger Social Media verbessern Gesundheit
Soziale Medien können abhängig machen und auch sonst die psychische Gesundheit beeinträchtigen. Eine Forscherin rät zu einem Weniger. Schon kurzfristige Schritte hätten Effekte.
Berlin (KNA) Schon nach zwei Wochen mit weniger Sozialen Medien verbessert sich nach Einschätzung von Experten die psychische Gesundheit. Auch die emotionale Bindung an Social Media gehe dann bereits zurück, wie Studien zeigten, sagte die Psychologin Julia Brailovskaia der Berliner "taz". Empfindungen wie Glück und die Lebenszufriedenheit gingen nach der relativ kurzen Zeit hingegen nach oben. Brailovskaia forscht an der Ruhr-Universität Bochum zu den Effekten, die langfristige Social-Media- und Smartphone-Nutzung haben.
Die Untersuchungen geben Hinweise darauf, "dass tatsächlich kausale Zusammenhänge zwischen Social-Media-Nutzung und psychischer Gesundheit bestehen", erklärte die Forscherin. Schon etwas weniger Nutzung - etwa 20 Minuten weniger täglich - hätten einen positiven Effekt, auf Kinder wie auf Erwachsene.
Anstelle der Zeit am Smartphone oder mit Sozialen Medien empfiehlt die Psychologin Offline-Aktivitäten wie Sport oder Achtsamkeitsübungen, die zu positiven Emotionen führen: "Wichtig ist: Es muss eine Aktivität sein, die einem persönlich die Möglichkeit gibt, die eigenen Emotionen offline zu regulieren." Bei einer Reduktion der Digitalzeit ohne alternative Offline-Aktivitäten gebe es zwar auch einen positiven Effekt. Dieser falle aber geringer aus.
