Weniger Eheschließungen und mehr Scheidungen in Deutschland
Deutsche als Heiratsmuffel? Das Ja-Wort geben sich immer weniger Menschen. Gleichzeitig ließen sich vergangenes Jahr wieder mehr Paare scheiden. Das sind die Trends, die die Statistiker am 26.06.2026 herausgaben.
Wiesbaden (KNA) Noch nie haben in Deutschland so wenig Paare geheiratet wie 2025. Insgesamt wurden 348.800 Ehen geschlossen und somit 403 (0,1 Prozent) weniger als im Vorjahr. Dies sei der niedrigste Stand seit 1950, so das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag, den 26.06.2026 - in diesem Jahr ein beliebter Tag bei Paaren zum Heiraten.
Zurückgegangen ist die Zahl der Ehen zwischen Mann und Frau. Insgesamt waren es 339.900; 2024 noch 340.400. Die Zahl der gleichgeschlechtlichen Ehen stieg hingegen von 8.800 auf 8.900.
Ebenfalls gestiegen ist die Zahl der Scheidungen. Insgesamt wurden 130.100 Ehen durch richterlichen Beschluss geschieden. Das waren 716 (0,6 Prozent) mehr als noch im Vorjahr, so die Statistiker. Allerdings ließen sich 2025 deutlich mehr gleichgeschlechtliche Paare im Vergleich zum Vorjahr scheiden - 10 Prozent.
Die Zahlen entwickelten sich den Angaben zufolge allerdings gegen den langfristigen Trend. Seit gut 20 Jahren werden immer weniger Ehen geschieden. So wurden 2025 etwa 39,2 Prozent weniger Scheidungen verzeichnet als 2003. Seit 2023 steigt die Zahl allerdings wieder leicht.
Bei gut der Hälfte der Scheidungen (51,7 Prozent) waren 2025 minderjährige Kinder betroffen - insgesamt 113.400. Vor allem wurden Ehen mit einem Kind (47,6 Prozent) geschieden. Nur 11,9 Prozent der geschiedenen Ehen mit minderjährigen Kindern hatten drei oder mehr Kinder.
Über die Scheidung waren sich die meisten Paare einig: Bei neun von zehn Scheidungen (90,1 Prozent) wurde der Antrag mit Zustimmung des Gatten oder der Gattin gestellt. 5,8 Prozent reichten ihn gemeinsam ein. Nur bei 4,1 Prozent der Anträge stimmten Partnerin und Partner nicht zu.
Geschiedene Paare waren im Jahr 2025 durchschnittlich 14 Jahre und 7 Monate verheiratet. 16 Prozent der Paare ließen sich im Jahr der Silberhochzeit oder später scheiden. In den 1990er Jahren lag dieser Anteil noch zwischen 10 und 11 Prozent.
