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Schriftstellerin Elizabeth Strout: Papst ist mutige Stimme des Guten

Für ihren Roman "Olive Kitteridge" wurde Elizabeth Strout mit dem Pulitzer-Preis geehrt. Auch im deutschsprachigen Raum sind die Bücher der US-Amerikanerin Bestseller. Nun war sie zu Gast bei einem Landsmann im Vatikan.

US-Autorin Elizabeth Strout hat viel Bewunderung für Papst Leo XIV. Ihr Landsmann sei einer der wenigen Menschen, "die sich heute gegen die schrecklichen Dinge in der Welt aussprechen und auf ihre Weise versuchen, eine Stimme des Guten zu sein", sagte sie der italienischen Tageszeitung "La Repubblica" (Donnerstag).

"Er hat keine Angst, sich gegen Leute wie Trump auszusprechen - nicht direkt gegen Trump selbst, sondern gegen die Politik, die Trump umsetzen will", so die Trägerin des Pulitzer-Preises. "Ich finde das sehr mutig von ihm. Und in diesem Sinne bewundere ich ihn sehr." Strout wurde am Mittwoch zusammen mit rund 30 anderen namhaften Autoren aus aller Welt vom Papst empfangen.

Die Liste an "furchtbaren Dingen" insbesondere in ihrem Land sei heute endlos: "Der Krieg im Iran, die Gesetzlosigkeit, die Korruption", so die Autorin. "Ich glaube, Amerika versteht, dass der Papst sich zu Wort meldet." In den USA sei der gebürtige Chicagoer sehr beliebt und genieße viel Unterstützung.

Leos erste Sozialenzyklika "Magnifica humanitas", in der es unter anderem um Künstliche Intelligenz (KI) geht, nannte Strout "wunderbar" und "sehr gelehrt". Sie stimme dem Papst zu, dass KI "Gutes bewirken kann, aber auch Schreckliches, wenn wir sie nicht kontrollieren oder im Auge behalten".

Strout zeigte sich überzeugt, dass KI nie Romane schaffen könne wie sie. "Sie hätte die Worte, die Sätze. Sie würde all das imitieren, was sie mir ähnlich macht, aber meine Seele wäre nicht da."

Die Worte des Papstes an die Schriftstellerinnen und Schriftsteller nannte sie sehr treffend: "Es gibt eine Verbindung zwischen dem Göttlichen und der Kunst." Auch sei Schreiben dem Beten sehr ähnlich. "Es ist ein Versuch, Gott näherzukommen und zu lieben. Die Menschen zu lieben, über die man schreibt, und die Menschen, für die man schreibt, die Leser", sagte Strout. "Es ist ein Akt der Liebe und der Versuch, nicht zu urteilen, nicht wertend zu sein."