Immer mehr Menschen in Deutschland leben allein
Mehr als 17 Millionen Menschen in Deutschland leben allein. Damit wohnt gut jeder Fünfte ohne andere im Haushalt. Bei Älteren ist der Anteil noch deutlich höher.
Wiesbaden (KNA) In Deutschland leben immer mehr Menschen allein. Im vergangenen Jahr waren es rund 17,3 Millionen und damit gut jeder Fünfte, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Seit 2005 ist die Zahl der Alleinlebenden demnach um mehr als 20 Prozent gestiegen. Vor 20 Jahren hatten knapp 14,2 Millionen Menschen allein gewohnt. Ihr Anteil an der Bevölkerung betrug rund 17 Prozent.
Besonders häufig leben ältere Menschen allein. In der Altersgruppe ab 65 Jahren wohnte 2025 gut jede dritte Person allein, bei den mindestens 85-Jährigen war es sogar mehr als jede zweite. Überdurchschnittlich hoch war der Anteil auch bei jungen Erwachsenen zwischen 25 und 34 Jahren mit 29 Prozent. Frauen lebten mit 22 Prozent etwas häufiger allein als Männer mit 20 Prozent.
Auch die Größe des Wohnorts spielt eine Rolle. In Großstädten mit mindestens 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern lebte gut ein Viertel der Bevölkerung allein. In mittelgroßen Gemeinden lag der Anteil bei rund 21 Prozent, in kleineren Gemeinden unter 20.000 Einwohnern bei 17 Prozent.
Im EU-Vergleich liegt Deutschland deutlich über dem Durchschnitt. 2025 lebten in der Europäischen Union 17 Prozent der Menschen allein, so das Statistikamt unter Berufung auf die EU-Statistikbehörde Eurostat. Höhere Anteile als in Deutschland (21 Prozent) gab es nur in Litauen, Finnland, Dänemark, Estland und Schweden. Die niedrigsten Werte verzeichneten die Slowakei, Irland und Polen.
Bei den Daten handelt es sich um erste Ergebnisse des Mikrozensus - einer jährlichen Stichprobenerhebung, bei der rund ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland befragt wird. Berücksichtigt werden Menschen in privaten Hauptwohnsitzhaushalten; Bewohner von Gemeinschaftsunterkünften oder Einrichtungen wie Alten- und Pflegeheimen sind nicht einbezogen.
