Biblisches Füße-Schütteln zum Welt-Yoga-Tag
Eine Bibelstelle für die Yogastunde: Pia Wick macht christliches Yoga. In Gottesdiensten bezieht sie Bezüge zur fernöstlichen Lehre ein. Und dabei spielt der Kirchenboden auch eine Rolle.
Köln (KNA) Für Yogalehrerin Pia Wick hat das fernöstliche Yoga einige Berührungspunkte mit christlichem Denken. "Die Achtsamkeit, die wir im Yoga üben und immer wieder trainieren, findet sich in ähnlicher Weise auch in der Bibel. Denken wir etwa an die Aufforderung, die Vögel des Himmels oder die Lilien auf dem Feld zu betrachten", sagte Wick beim Portal domradio.de in Köln zum Welt-Yoga-Tag. Das sei "eine implizite Aufforderung zu Achtsamkeit, aus der wir lernen sollen".
Die Ausbilderin für christliches Yoga beschäftigt sich gemeinsam mit ihrem Mann, der als Theologe an der Ruhr-Universität Bochum forscht, mit einer "leibsensiblen Theologie". Sie untersuchen, welche Bedeutung der Körper in der Bibel hat. "Ein bekanntes Beispiel ist die Aufforderung an die Jünger, den Staub von ihren Füßen zu schütteln", erklärt sie. Diese Handlung erscheine in einer Situation von Enttäuschung und Frustration. "Aus psychologischer Sicht kann Schütteln helfen, Spannungen loszulassen."
Wick veranstaltet auch Yoga-Gottesdienste. Dabei kämen zum Schluss alle zur Ruhe und legten sich hin. "Das ist oft ein bewegender Moment", erklärt sie. "Wann hat man sich zuletzt in einer Kirche hingelegt und die Decke betrachtet? Man hat eine völlig neue Perspektive in diesem entspannten Liegen." In dieser Entspannung werde der Segen zugesprochen. "Das soll verdeutlichen, dass wir uns Gottes Segen nicht erarbeiten müssen und dass wir für ihn nichts leisten müssen. Er wird uns geschenkt", so Wick.
