Mozart-Handschrift in Paris aufgetaucht - Am Samstag Weltpremiere
Allzu oft tauchen unbekannte Bilder von Leonardo da Vinci oder Kompositionen von Ludwig van Beethoven ja nicht auf. Von Zeit zu Zeit gibt es aber doch den einen oder anderen Überraschungsfund.
Paris (KNA) Komponieren als Unterricht: In der Musikabteilung der Französischen Nationalbibliothek (BnF) ist eine unveröffentlichte Handschrift von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) entdeckt worden. Wie die Bibliothek am Freitag in Paris mitteilte, handelt es sich um ein 44 Seiten umfassendes Manuskriptheft aus der Zeit seines Aufenthalts in Paris 1778.
Das zuvor unbekannte Dokument enthält demnach Kompositionsstunden, die Mozart der kaum jüngeren Marie-Louise-Philippine de Bonnières de Guînes (1759-1795) erteilte, einer versierten Harfenistin und Tochter des Diplomaten Adrien-Louis de Bonnières, duc de Guînes (1734-1806). Es sei im Februar entdeckt und identifiziert worden. Das Manuskript biete "wertvolle Einblicke in die Art und Weise, wie Mozart seinen Kompositionsunterricht konzipierte und durchführte", so die Bibliothek.
Das neu entdeckte gesamte Werk wurde den Angaben zufolge in dieser Woche eingespielt. Es wird am Montagnachmittag (22. Juni) um 15.00 Uhr exklusiv auf France Musique im Rahmen einer Sondersendung zum Thema "Mozart in Paris" ausgestrahlt.
Schon am Vorabend (21. Juni um 17.00 Uhr) finde die Live-Weltpremiere des Manuskripts in der Nationalbibliothek statt. Es spielen die Soloflötistin Mathilde Caldérini und der Harfenist Nicolas Tulliez des Orchestre Philharmonique de Radio France.
