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Digitalisierung deutscher Krankenhäuser macht deutliche Fortschritte

Videokonferenzen, elektronische Patientenakte, Cyber-Sicherheit. Deutschlands Krankenhäuser setzen zunehmend auf digitale Hilfen. Corona hat die Entwicklung deutlich beschleunigt.

Die Digitalisierung deutscher Krankenhäuser macht nach einer Studie deutliche Fortschritte. Auf einer Skala von maximal 100 Punkten erreichten die Kliniken mittlerweile 55 Punkte, heißt es in der am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Studie "DigitalRadar Score".

Es handelt sich um die dritte flächendeckende Studie des Konsortiums "DigitalRadar Krankenhaus": Insgesamt nahmen 1.531 Krankenhäuser teil. Die Ergebnisse zeigen nach Angaben der Autoren, dass es anhaltende Fortschritte bei der Digitalisierung gebe und die Anstrengungen der vergangenen Jahre messbare Wirkung entfalteten.

Mit dem Krankenhauszukunftsgesetz hatten Bund, Länder und Krankenhausträger 2021 insgesamt mehr als vier Milliarden Euro bereitgestellt, um Investitionen in moderne Notfallkapazitäten und eine bessere digitale Infrastruktur der Krankenhäuser in Deutschland zu ermöglichen. Finanziert werden beispielsweise Patientenportale, Videokonferenzen, die elektronische Dokumentation von Pflege- und Behandlungsleistungen, digitales Medikationsmanagement, die Ausbildung über Online-Tutorials Maßnahmen, zur Cyber-Sicherheit sowie Telemedizin.

Die Digitalisierung sei über alle Versorgungsstufen hinweg vorangeschritten, betonen die Autoren. Besonders deutlich fielen die Verbesserungen in den Bereichen Strukturen und Systeme, Informationsaustausch und klinische Prozesse aus. "Besonders kleinere Krankenhäuser konnten ihren digitalen Reifegrad weiter steigern und zu größeren Einrichtungen aufschließen", heißt es.

Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass sich bestehende Unterschiede im digitalen Reifegrad tendenziell verringerten. Auch auf Ebene der Bundesländer zeigt sich nach Angaben der Autoren eine insgesamt positive Entwicklung: "In allen Ländern konnten Verbesserungen gegenüber der vorherigen Erhebung festgestellt werden."

Die Bertelsmann Stiftung hatte den deutschen Krankenhäusern 2018 bescheinigt, bei der Digitalisierung abgehängt zu sein. Im Ländervergleich belegte Deutschland damals von 17 untersuchten Ländern Platz 16. Verglichen wurde unter anderem, wie weit eine elektronische Patientenakte, ein elektronisches Rezept oder digitale Medikationspläne bereits Bestandteil der Patientenversorgung waren.

Die Corona-Pandemie erwies sich dann als Beschleuniger der Digitalisierung. Experten für Krankenhaus-Digitalisierung äußerten in den vergangenen Wochen allerdings die Sorge, dass die Sparmaßnahmen der Bundesregierung bei der Reform der Krankenversicherung die Digitalisierung abbremsen könnte.